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Quelle:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Andalusien_Karte.png?uselang=de
Lizenz:
GNU Free Documentation license, Version 1.2 or any later version
Andalusien (spanisch
Andalucía) ist von den 17
autonomen Gemeinschaften
Spaniens die südlichste, die auf dem Festland liegt. Andalusien
grenzt im Norden an
Kastilien-La Mancha und an die
Extremadura und im Süden an das
Mittelmeer und den
Atlantik. Im Osten grenzt sie an
Murcia und im Westen an
Portugal. Die Hauptstadt Andalusiens ist
Sevilla.
Die bedeutendsten Naturräume Andalusiens sind die südliche
Abdachung der
Sierra Morena, das
Becken des Guadalquivir und die
Betische Kordillere, zu der die
Sierra Nevada gehört. Der Campo de Gibraltar, mit dem Felsen von
Gibraltar bildet den südlichsten Teil des europäischen
Festlandes. Bei
Tarifa,
der südlichsten Stadt, liegen Europa und Afrika nur 14 km
voneinander entfernt, getrennt durch die
Straße von Gibraltar.
Besonders berühmt ist die Region auch durch ihre Musik, den
Flamenco.
Herkunft
des Namens
Zur Herkunft des Namens Andalusien, spanisch Andalucía,
der aus der von den zu Beginn des 8. Jahrhunderts einfallenden
Mauren
benutzten Bezeichnung
Al-Andalus (الأندلس)
hervorging, gibt es verschiedene Deutungen:
Eine populäre, auf
Reinhardt Dozy zurückgehende, aber unter Historikern heute kaum
mehr vertretene Ansicht führt das
arabische Al-Andalus auf den Namen der
Vandalen zurück, die im Zuge der Völkerwanderung im 5.
Jahrhundert Zwischenstation im Süden der
iberischen Halbinsel machten.
Eine andere Theorie, von dem Arabisten
Heinz Halm leitet Al-Andalus von *landa-hlauts ab, dem
Namen, den die
Westgoten der früheren römischen Provinz
(Hispania) Baetica gegeben haben sollen – „das per Los
verteilte Land“.
Eine eingehendere Untersuchung aus dem Jahre 2002 lässt es als
plausibel erscheinen, dass ‚Andaluz’ der ursprüngliche (altiberische)
Name der ‚Isla
de Tarifa’ ist, die jetzt (samt der Stadt
Tarifa)
den Namen von Ṭarīf ibn Mallūk al-Maʿāfirī, kunya Abū Zura,
ihrem Eroberer aus dem Jahr 710, trägt. Ihr arabischer Name wäre
nach dieser Theorie zunächst Ğazīrat al-Andalus „(Halb-)Insel
Andalus“ gewesen, der sich dann als
Pars pro toto mit der (ein Jahr später beginnenden) Eroberung
des iberischen Festlands auf den gesamten arabischen
Herrschaftsbereich in
Hispanien ausgedehnt hätte.
Sicher ist nur, dass der Name erstmals 715/717 auf einer
bilingualen Münze auftaucht.
Sprache
Es wird
Andalusisch, ein spanischer Dialekt, gesprochen, welcher für
jemanden mit geringen Sprachkenntnissen schwer zu verstehen ist.
Auch für Spanier aus anderen Regionen ist der Dialekt ungewohnt. Es
ist ein Dialekt, der nach der umstrittenen
Andalucismo-These die Umgangssprache
Lateinamerikas stark beeinflusst haben soll. Andalusisch, auf
spanisch andaluz, zeichnet sich durch das Verschlucken oder
Aspirieren der Buchstaben <-s-> oder <-d-> in der Mitte oder am Ende
eines Wortes aus. Die Verniedlichungsform -illo/a am Ende eines
Nomen, statt des üblichen -ito/a ist oft zu hören.
Geschichte
Der lateinische Name Andalusiens lautete
Hispania Baetica, benannt nach dem Großen Fluss
Baetis (auch: Betis), dem Araber später seinen bis
heute bestehenden Namen
Guadalquivir gaben.
Zu Zeiten der römischen Herrschaft in Hispanien lernten die
Andalusier schnell die lateinische Sprache und vertrugen sich recht
gut mit den
römischen Legionären. Die in Hispanien stationierten Truppen
überwinterten mit Vorliebe in diesem wärmsten Teil der
Iberischen Halbinsel. In der fruchtbaren Ebene des Guadalquivir
wurden schließlich zahlreiche römische Niederlassungen gegründet,
aus denen sich später große Städte nach römischem Vorbild
entwickelten. So wurde Andalusien zu einer urbanen Region, und viele
Bewohner dieses Landstriches erhielten sogar die römische
Staatsbürgerschaft. Außerdem richteten die Römer Schifffahrtswege
über Flüsse und Meereshäfen ein und bauten Landstraßen, um Gemüse
und Obst von hier nach
Italien und
in andere Provinzen zu bringen. Auch das Christentum fasste hier im
4. Jahrhundert Fuß.
In der Spätantike, als das Weströmische Reich
Auflösungserscheinungen zeigte, fielen zu Beginn des 5. Jahrhunderts
Vandalen und andere germanische Stämme in Hispanien ein. Nach
der Mitte des 5. Jahrhunderts eroberten die
Westgoten Hispanien und begründeten ein eigenes Reich mit der
Hauptstadt Toledo. Im 6. Jahrhundert wurden Teile Andalusiens von
den
Oströmern besetzt, die sich jedoch zu Beginn des 7. Jahrhunderts
zurückziehen mussten. 711 überschritten die Araber die Meerenge und
eroberten binnen weniger Jahre den Großteil des Westgotenreichs.
Andalusien stand von allen spanischen Regionen am längsten unter
arabischer Herrschaft. Ihre Blüte erreichte diese unter dem
Emirat von Córdoba, dem
Kalifat von Córdoba sowie den
Nasriden in Granada. Die Einflüsse der Muslime sind auch heute
noch vor allem in der Architektur zu sehen: die
Alhambra in
Granada, die
Mezquita in
Córdoba, die
Giralda in
Sevilla. Die Herrschaft der
Mauren
in Spanien wurde durch die
Reconquista
1492 in
Granada beendet.

Blick von der Alhambra über Grenada
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