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Galicien (span. Galicia, galic. Galicia oder
Galiza; offiziell galic. Comunidade Autónoma de Galicia,
span. Comunidad Autónoma de Galicia), ist eine
Autonome Gemeinschaft im Nordwesten
Spaniens. Sie gliedert sich in die vier Provinzen
A Coruña,
Lugo,
Ourense und
Pontevedra.
Der Name geht auf die keltischen
Galläker (auch Kallaiker, lateinisch: Callaici) zurück, ein
kelto-iberisches Volk, das im Altertum in dieser Region siedelte.
Der Name geht auf die keltischen
Galläker (auch Kallaiker, lateinisch: Callaici) zurück, ein
kelto-iberisches Volk, das im Altertum in dieser Region siedelte.
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Basisdaten |
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Land: |
Spanien |
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Hauptstadt: |
Santiago de Compostela |
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Fläche: |
29.574 km² |
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Einwohner: |
2.771.341 (2007) |
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10 |
93,7 Einw. / km² |
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Ausdehnung: |
Nord-Süd: bis 208 km
West-Ost: bis 192 km |
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ISO 3166-2: |
ES-GA |
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Homepage: |
www.xunta.es |
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Politik und Verwaltung |
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Amtssprachen: |
Spanisch und
Galicisch |
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Autonomie seit: |
28. April 1981 |
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Vertretung in den
Cortes Generales: |
Kongress: 25 Sitze
Senat: 19 Sitze |
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Gliederung: |
4 Provinzen |

Leuchtturm am Kap Fisterra (span. Finisterre), Galicien
Quelle:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Fisterra.JPG?uselang=de
Lizenz:
GNU Free Documentation license, Version 1.2 or any later version
Geographie
Galicien liegt in Nordwest-Spanien und erstreckt sich etwa
zwischen 9°W 42°N und 7°W 44°N. Im Norden grenzt Galicien an das
kantabrische Meer, im Westen an den
Atlantischen Ozean. Im Süden grenzt es an
Portugal und im Osten an die spanischen autonomen Gemeinschaften
Kastilien-León und
Asturien.
Prägend für die Region sind hohe Bergketten, die Galicien vom
Rest Spaniens abschotten. Mehr als die Hälfte des Gebietes liegt
über 400 m hoch. Die höchste Erhebung ist mit 2.127 m die
Pena Trevinca. Interessant ist zudem der ausgeprägte
Küstenverlauf Galiciens: mit einer Gesamtlänge von rund 1.659 km,
von denen über 800 km aus Steilküste und rund 300 km aus
Strandabschnitten bestehen, umfasst dieser rund ein Drittel der
spanischen Küste. Charakteristisch für Galiciens Küste sind die so
genannten
Rías, schlauch- und trichterförmige, fjordähnliche
Flussmündungen, in die das Meer eingedrungen ist.
Im Gegensatz zu Fjorden weisen die Rías allerdings nur eine
geringe Tiefe auf. Unterschieden werden die
Rías Baixas (span. Rías Bajas) und die
Rías Altas. Die Rías Altas im Norden reichen von
Ribadeo bis A Coruña. Die Rías Baixas reichen vom
Kap Finisterre (galic. Cabo Fisterra) bis zur
portugiesischen Grenze. Hauptunterscheidungsmerkmal der beiden
Küstenabschnitte ist die jeweils sehr spezifische
Küstencharakteristik. Während die Rías Baixas sanft ins Meer laufen,
ist der Verlauf der Rías Altas wesentlich steiler. So finden sich an
den Rías Altas auch die höchsten
Kliffs
des europäischen Kontinents. Diese liegen in
San Andrés de Teixido (Cedeira),
nahe
Ferrol, und erreichen eine Höhe von 620 m. Die größte Ría ist
die zu den Rías Baixas gehörende
Ría de Arousa. Diese hat eine Länge von 37 km und eine Tiefe von
maximal 69 m. Auffällig sind die zahlreichen Holzflöße, an denen
Miesmuscheln gezüchtet werden
Charakteristisch für Galicien sind überdies die weitläufigen
Wälder. Das Waldgebiet in der Autonomen Gemeinschaft entspricht etwa
30 Prozent des Gesamtwaldbestandes in Spanien.
In Galicien liegt das Ziel des sowohl kulturell als auch
touristisch bedeutenden
Jakobsweges, der
Pilger
und andere Interessierte zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto bis nach
Santiago de Compostela führt.
Bedeutende Städte sind
A
Coruña,
Ferrol,
Lugo,
Ourense,
Pontevedra,
Santiago de Compostela und
Vigo.
Klima
Das Klima der Region wird vom Atlantik geprägt und ist
ausgesprochen mild, dabei jedoch sehr feucht. Kennzeichnend für
Galicien sind milde Winter mit heftigen Niederschlägen und nicht
allzu heiße Sommermonate. Die mittlere Sonnenscheindauer liegt bei
1.989,4 Stunden pro Jahr. Die mittleren Temperaturen an der Küste
liegen im Jahresdurchschnitt in A Coruña bei 13,8 °C und in Vigo bei
14,7 °C. Im Binnenland erreicht Ourense 14 °C. In den Bergen liegen
die Durchschnittstemperaturen deutlich darunter, so etwa bei 9,7 °C
im „Alto de Rodicio“ oder 8 °C in „Pedrafita do Cebreiro“. Der
Nordwesten Galiciens weist rund 150 Regentage im Jahr auf und ist
damit die regenreichste Region Spaniens. Diese Zahl reduziert sich
zunehmend in Richtung Südosten. Hier werden rund 100 Regentage und
weniger im Jahr registriert. Am regenintensivsten sind in
abnehmender Reihenfolge der Winter, der Herbst und der Frühling. Die
mittlere Niederschlagsmenge liegt bei 1.404,8 l/m².
Das feuchte Klima, häufige Nebel und Winde sowie die grüne
bergige Landschaft – insbesondere im Herbst und im Winter – lassen
Assoziationen mit
Irland oder der
Bretagne aufkommen.

Die Atlantikküste in Galicien
Quelle:
Wikimedia Commons
Lizenz:
GNU Free Documentation license, Version 1.2 or any later version
Bevölkerung
In Galicien wird neben Spanisch das mit dem
Portugiesischen eng verwandte
Galicische (galic. Galego, span. Gallego)
gesprochen. Das Galicische ist seit 1981 in dieser Region - aber
nicht in Gesamt-Spanien - Amtssprache neben dem Spanischen. Im
November 2005 wurde Galicisch als „offizielle Sprache“, nicht jedoch
als eine der
Amtssprachen der Europäischen Union anerkannt. Die deutsche
Bezeichnung für die heimische Bevölkerung lautet
Galicier (span. gallegos, gal. galegos).
Die sich unter anderem aus der Abgelegenheit der Region ergebende
wirtschaftliche Rückständigkeit Galiciens führte im 19. Jahrhundert
zu dem Beginn einer Massenauswanderung. Zwischen 1836 und 1980
wanderten rund 2,5 Millionen Menschen aus. Das beliebteste Ziel war
Lateinamerika (u. a. Argentinien, Brasilien). Als Resultat dieser
damals beginnenden Auswanderungswelle leben noch gegenwärtig rund
1,4 Millionen Galicier (2003) in der Emigration, wobei mit dem
wirtschaftlichen Aufschwung Spanien etwa seit 1980 eine
Rückkehrbewegung eingesetzt hat.
Politik
Im Zuge der Demokratisierung Spaniens in den
1970er Jahren wurde Galicien neben
Katalonien,
Navarra und dem
Baskenland als eine der historischen Nationalitäten
Spaniens anerkannt und erhielt deshalb 1980/1981 als eine der ersten
Regionen Spaniens ein Autonomiestatut. Seitdem ist es eine der
Autonomen Gemeinschaften Spaniens.
In den letzten Jahren gab es vor der Küste von Galicien mehrere
Öltanker-Havarien. In das Blickfeld der internationalen
Öffentlichkeit gelangte insbesondere die schwere Havarie des Tankers
Prestige im Jahr 2002. Diese war Ausgangspunkt für die
umfassende Bürger- und Sozialbewegung „Nie wieder!“ (Nunca Mais).
Wirtschaft
Galicien ist eine der ärmeren Regionen Spaniens. Das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2002 bei 36,8 Milliarden Euro. Das
Pro-Kopf-BIP lag bei 13.391 Euro und damit auf einem Niveau, das
sich lediglich auf 79 Prozent des spanischen Pro-Kopf-BIP belief. Im
Vergleich mit dem BIP der
EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Galicien einen
Index von 88 (EU-27:100) (2006)
Die Wirtschaftsstruktur des Landes wird von klein- und
mittelständischen Unternehmen dominiert. Insgesamt gab es im Jahr
2003 174.083 Unternehmen in Galicien, von denen 173.935 (99,9
Prozent) den klein- und mittelständischen Unternehmen (zwischen 0
und 249 Beschäftigte) zuzurechnen waren. Rund 94,9 Prozent der
Unternehmen in Galicien gehörten zu der Gruppe der
Kleinstunternehmen (0 bis 9 Beschäftigte). Die Anzahl von
Großunternehmen in Galicien ist im Vergleich mit dem spanischen
Gesamtstaat unterentwickelt.
Von besonderer Bedeutung in Galicien sind die Landwirtschaft und
der Fischfang. Dabei überwiegt die Bedeutung der Landwirtschaft im
Osten des Landes und die Industrie sowie die Großhäfen im Westen.
Die Beschäftigung der galicischen Wirtschaft verteilte sich 2003
prozentual wie folgt auf die wirtschaftlichen Sektoren:
- Agrarsektor 12,8 Prozent (Spanien gesamt: 5,6 Prozent)
- Industriesektor 20,3 Prozent (18,2 Prozent)
- Bau-/Konstruktionssektor 12,1 Prozent (11,8 Prozent)
- Dienstleistungssektor 54,8 Prozent (64,3 Prozent)
Die durchschnittliche jährliche Arbeitslosenquote betrug im Jahr
2006 (bis zum dritten Quartal) 8,63 %. Die Jugend, d. h. der
Bevölkerungsteil mit dem besten Ausbildungsniveau, verzeichnet die
höchste Arbeitslosenquote.
Importe: 9,4 Milliarden Euro: 32 Prozent Autos, 14 Prozent
Fisch/Meeresfrüchte, 13 Prozent Mineralien hauptsächlich aus
Frankreich und Portugal, aber auch aus anderen EU-Staaten.
Exporte: 9,3 Milliarden Euro: 50 Prozent Autos, 8 Prozent
Fisch/Meeresfrüchte, 5 Prozent Kleidung hauptsächlich nach
Frankreich und Portugal, aber auch in andere EU-Staaten.
Waldbrände
Verglichen mit dem übrigen Spanien wird Galicien jedes Jahr im
Sommer von überdurchschnittlich vielen Waldbränden heimgesucht. Im
Jahr 2006 erreichten die Brände einen vorläufigen Höhepunkt: Nach
amtlichen Angaben verbrannten innerhalb zweier Wochen zu Beginn des
Monats August rund 70.000 Hektar Wald und Buschland; gezählt wurden
über 1.600 Brandherde. Bei diesen Feuern kamen auch Menschen zu
Schaden (vier Tote) und Häuser wurden zerstört; der Rauch der
brennenden Wälder führte zu einem erheblichen Smog an der Küste,
zeitweise mussten deshalb sogar Straßen gesperrt werden. Der
Gesamtschaden wird allein 2006 auf 500 Millionen Euro geschätzt. Die
Ursachen für diese Brände - die zunächst verwundern, da Galicien im
Vergleich zum übrigen Spanien sehr feucht und regenreich ist - sind
vielfältig. Einerseits sind die Wälder Galiciens großteils
Monokulturen aus Eukalyptus und Nadelgehölzen, die besonders leicht
entflammbar sind. Die Wälder gelten auch als „vernachlässigt“, d.h.
nur mangelhaft bewirtschaftet; viel trockenes Unterholz trägt zur
Ausbreitung von Feuern bei. Neben natürlichen Bränden durch
Blitzschlag oder Selbstentzündung bei Hitze sind jedoch viele Brände
auf Brandstiftung zurückzuführen. Diese rühren teilweise von
Bodenspekulationen, die trotz eines Gesetzes, wonach Brandflächen 30
Jahre nicht bebaut werden dürfen, weitergehen, aber auch von
irrationalen Motiven: So ist es in Galicien eine alte Tradition,
Familien-, Geschäfts- oder politische Probleme durch Brandstiftung
„zu regeln“ (d. h. der Brandstiftung liegt ein Racheakt zugrunde);
auch wurden schon Feuerwehrleute der Brandstiftung überführt, da die
meist privaten Feuerwehren Prämien für Einsätze bekommen.
Schließlich kommen auch unachtsam weggeworfene Zigarettenkippen und
Grillfeuer mitunter als Ursachen in Betracht. Die Vielfalt der
Ursachen machen eine wirkungsvolle Bekämpfung bzw. Prävention sehr
schwierig. Allerdings haben die sehr starken Feuer 2006 in der
Bevölkerung offenbar einen Umdenkprozess eingeleitet. Man besinnt
sich zunehmend des ökologischen und ökonomischen Werts der Wälder.
Weblinks
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