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Katalonien (katalanisch
Catalunya,
spanisch Cataluña,
aranesisch Catalonha) ist eine
Autonome Gemeinschaft in
Spanien. Sie liegt im Nordosten der
Iberischen Halbinsel zwischen der
Mittelmeerküste und den
Pyrenäen. Die Hauptstadt ist
Barcelona. Amtssprachen sind
Katalanisch und
Spanisch sowie im
Arantal auch
Aranesisch. Aufgrund geschichtlicher und kultureller
Besonderheiten gilt die Region neben dem
Baskenland und
Galicien als eine der „historischen Autonomen Gemeinschaften“ (span.
autonomías históricas).
Nationales Selbstverständnis
Aufgrund der historischen, sprachlichen und kulturellen
Unterschiede zum übrigen Spanien bezeichnen viele Einwohner
Katalonien als eine eigene Nation. Der Begriff Nation wird dabei im
Sinne einer
Kulturnation verstanden und nicht über eine ethnische
Zugehörigkeit definiert. Die Frage nach der Selbstbezeichnung als
„Nation“ stand 2005 und 2006 im Mittelpunkt der Verhandlungen um das
neue Autonomiestatut. Das katalanische Parlament hatte mit großer
Mehrheit (88,9%) gegen die Stimmen des Partido Popular (11,1%) eine
Resolution beschlossen, die Katalonien als „Nation“ bezeichnet. Als
dies jedoch im gesamtspanischen Parlament auf Widerspruch stieß,
einigte man sich schließlich auf eine Kompromissformel in der
Präambel[1].
Demnach wird einerseits festgehalten, dass „das Parlament
Kataloniens das Gefühl und den Willen der Bürger Kataloniens
aufgenommen hat, indem es mit großer Mehrheit Katalonien als Nation
definiert hat“, andererseits darauf verwiesen, dass „die spanische
Verfassung […] die nationale Wirklichkeit Kataloniens als
Nationalität anerkennt“. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen,
dass die spanische Verfassung von 1978 innerhalb der
„unauflöslichen“ spanischen Nation nur „Nationalitäten“, nicht aber
eigenständige Nationen kennt.
Politischer Status
Seit 1978 besitzt Katalonien den Status einer
Autonomen Gemeinschaft innerhalb des spanischen Staates. Unter
diesen ragt Katalonien gemeinsam mit den übrigen „historischen“
Autonomen Gemeinschaften, dem
Baskenland,
Galicien und
Navarra durch ein besonders hohes Maß an eigenen Befugnissen in
Gesetzgebung und Verwaltung hervor. Unter anderem verfügt Katalonien
über eine eigene Polizeieinheit, die
Mossos d'Esquadra, die nach und nach die Aufgaben der spanischen
Poliziei auf katalanischem Gebiet übernehmen. Auch in zahlreichen
anderen Politikfeldern, so etwa der Bildungs-, der Gesundheits- und
der Wirtschaftspolitik, verfügt Katalonien über weitreichende
Kompetenzen. Diese sind im
Autonomiestatut niedergelegt, das einerseits die Befugnisse der
Autonomen Gemeinschaft gegenüber denen des spanischen Staates
abgrenzt, andererseits das Zusammenspiel der katalanischen
Institutionen regelt und somit als funktionales Äquivalent einer
Verfassung fungiert. Es bedarf der Zustimmung des katalanischen
Parlaments, des
spanischen Parlaments (in Form eines
Organgesetzes) und der katalanischen Bevölkerung durch ein
Referendum. Das erste Autonomiestatut von 1978 wurde 2006 durch
eine Neufassung mit erweiterten Kompetenzen abgelöst. Weiterhin
strebt eine Mehrheit der katalanischen Parteien nach einer
Ausweitung der autonomen Befugnisse, siehe unten im Abschnitt
Politik.

Das katalonische Parlamentsgebäude in Barcelona
Quelle:
http://en.wikipedia.org/wiki/Image:ParlamentDeCatalunya.jpg
Lizenz:
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Sprachen
Während der
Franco-Diktatur wurde der öffentliche Gebrauch der katalanischen
Sprache unterdrückt, viele Ortsnamen wurden ins Spanische übersetzt,
Schulunterricht fand ausschließlich auf Spanisch statt. Seit 1978
jedoch genießt die Region Katalonien ein verfassungsmäßig
abgesichertes Autonomiestatut. Seitdem gewinnt die traditionell
angestammte
katalanische Sprache zunehmend an Bedeutung. Die verschiedenen
kulturellen und sprachlichen Autonomiebestimmungen wurden im
Autonomiestatut von Katalonien präzisiert und festgeschrieben.
Somit stehen sich
Spanisch („Kastilisch“) und Katalanisch heute offiziell
gleichberechtigt gegenüber, auch wenn das Katalanische immer
dominanter wird. Die Regionalregierung unterstützt die katalanische
Sprache nach Kräften, auch Medien aller Art werden finanziell
gefördert.
Heute spricht der überwiegende Teil der Bevölkerung im Alltag
Katalanisch, während Spanisch als Zweitsprache gelernt wird. Der
Schriftverkehr mit öffentlichen Behörden und der Schulunterricht
erfolgen fast ausschließlich auf Katalanisch, die Universitäten
lehren überwiegend in der katalanischen Landessprache, und sogar
Unternehmen müssen ihre Publikationen (zumindest auch) in
Katalanisch herausgeben. Spanischsprachige Zuwanderer aus anderen
Landesteilen empfinden diese Politik mitunter als schikanös, da
ihnen im Alltag oft Katalanischkenntnisse abverlangt werden. Diese
können sie in Sprachkursen, die vielerorts kostenlos angeboten
werden, erwerben.
Im Bereich der Printmedien und im Hörfunk hat das Katalanische
schon heute eine beherrschende Stellung, im Fernsehen nimmt es
breiten Raum ein. Angesichts dieser Entwicklungen ist es nicht
verwunderlich, dass vor allem die jüngere Generation heute meist
besser Katalanisch spricht als Spanisch. Im
Val d’Aran (Arantal) sprechen ca. 7000 Menschen
Aranesisch, einen okzitanischen Dialekt. Obwohl
Okzitanisch in Südfrankreich weit verbreitet ist, genießt es nur
im Arantal offiziellen Status.
Wirtschaft
Katalonien ist nach
Madrid,
Navarra und dem
Baskenland die wirtschaftsstärkste Autonome Gemeinschaft
Spaniens.
Katalonien ist eine hochindustrialisierte Region. Bedeutende
Zweige sind u.a. Textilien, Chemie, Pharmazeutika und Automobilbau
(die Produktion der Marke Seat erfolgt hauptsächlich in
Katalonien).
Im Agrarsektor ist besonders der Weinanbau hervorzuheben.
Katalonien ist nach Frankreich der bedeutendste Produzent und
Exporteur von Sekt.
Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Die
Badeorte der
Costa Brava, im Norden, und der
Costa Daurada, im Süden, sind beliebte Ferienziele.
Barcelona ist der erste Hafen des Mittelmeeres im Verkehr von
Kreuzfahrtschiffen.
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