Geographie

Startseite
Hemisphären
Die Ozeane
Kontinente
Zeitzonen
Satellitenfotografie
Klima

 

Zeitzonen

Überblick
Zeitzonenkarte
Weltzeit
Ortszeit
Koordinierte Weltzeit
Sommerzeit
Länder nach Zeitzonen

Eine Zeitzone ist ein Abschnitt der Erdoberfläche, auf dem zu einem gegebenen Zeitpunkt die gleiche Uhrzeit und das gleiche Datum gelten.

Bei der Bildung der Zeitzonen besteht das Bestreben, einerseits den Tag am Gang der Sonne (Erdrotation) auszurichten und andererseits Gebiete mit einheitlicher Zeit zu definieren, zwischen denen ein leicht zu berechnender Zeitversatz (meist 1 Stunde) besteht. Dies könnte erreicht werden, indem man die Zeitzonen als Gebiete zwischen zwei geographischen Längen mit einem Abstand von 15° definiert. Um der administrativen und kulturellen Zusammengehörigkeit bestimmter Gebiete aber Rechnung zu tragen, wurde bei der Bildung der tatsächlichen Zeitzonen von diesen Linien abgewichen. Für die Antarktis, die theoretisch in 24 Zeitzonen liegen würde, wurde sogar komplett die Koordinierte Weltzeit (UTC) festgelegt.

Entstehung

Ursprünglich verfügte jeder größere Ort über seine eigene Uhrzeit, die gewissermaßen nach der Sonne synchronisiert wurde. Wenn die Sonne ihren scheinbar höchsten Punkt erreichte, war es 12 Uhr mittags. Reist man mit dem Finger auf der Landkarte Richtung Osten, dann schreitet man in der Zeit voran, in Richtung Westen dagegen dreht man die Zeit zurück.

Dieser Zeitreise ist jedoch eine Grenze gesetzt, die so genannte Datumsgrenze. Überschreitet man sie Richtung Osten, gewinnt man einen Tag hinzu, in Richtung Westen verliert man einen Tag.

Mit dem Aufkommen der Eisenbahnen und der Einführung von Fahrplänen erwies sich das alte Zeitsystem als zu kompliziert, da ständige Zeitumstellungen in den Fahrplänen berücksichtigt werden mussten.

Zeitzonen wurden zuerst 1879 vom kanadischen Eisenbahningenieur Sir Sandford Fleming (1827-1915) als Eisenbahnzeit vorgeschlagen. Dies führte nach einigen vorbereitenden internationalen Konferenzen auf der Internationalen Meridian Konferenz im Oktober 1884 in Washington, D.C. dazu, dass die Erde zunächst in 24 Stundenzonen von je 15 Längengraden aufgeteilt wurde. Die Differenz zwischen jeder Zone betrug damit 60 Minuten oder eine Stunde. Auf dieser Konferenz einigte man sich auf den 1883 zur Berechnung der Weltzeit festgesetzten Greenwich-Meridian als Nullmeridian.

Rein mathematisch betrachtet überstreicht jede Zeitzone einen Streifen von 15 Längengraden auf der Erdoberfläche.

Die heutige Situation

Heute sind die Zeiten in den verschiedenen Zeitzonen an die Koordinierte Weltzeit (UTC) angekoppelt, die damit die Funktion der "Greenwich Mean Time" (GMT) übernommen hat. Genau wie Letztere ist auch die UTC nach dem nullten Längengrad ausgerichtet, dieser verläuft durch Greenwich/London. Die Zeiten in den anderen Zeitzonen ergeben sich durch Hinzufügen oder Abziehen einer ganzzahligen Anzahl von Stunden, je nach ihrem (mittleren) Abstand vom nullten Längengrad.

Jedes Land wurde einer Zeitzone zugeordnet. Länder mit sehr großer Ost-West-Ausdehnung haben mehrere Zeitzonen. So ist zum Beispiel Russland über elf Zeitzonen verteilt, USA über sechs, Kanada über fünf, Brasilien über vier, Australien, Indonesien und Mexiko über drei Zeitzonen. China hingegen hat trotz seiner großen Ost-West-Ausdehnung nur eine Zeitzone.

Allerdings gibt es auch Länder oder Regionen, die weiterhin ihre spezifischen Zeiten haben, deren Differenz zu anderen Zeitzonen keine vollen Stunden betragen. So liegen zum Beispiel der Iran dreieinhalb Stunden, Afghanistan viereinhalb Stunden, Indien fünfeinhalb Stunden, und die australischen Bundesstaaten „Northern Territory“ und „South Australia“ neuneinhalb Stunden vor der koordinierten Weltzeit. Die Gründe für diese Sonderfälle sind vor allem politisch-historischer Natur.

Politik versus Zeit

Aber auch heutzutage haben die Zeitzonen mehr politische Bedeutung als den Sinn der Angabe der genauen Tageszeit. Innerhalb der Europäischen Union gehören die meisten Länder der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) an, die eine Stunde vor der koordinierten Weltzeit liegt. Portugal, das Vereinigte Königreich und die Republik Irland benutzen UTC, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Griechenland und Zypern benutzen die osteuropäische Zeit (+2h gegenüber UTC). In einigen Ländern gab es dabei immer wieder Versuche, sie an die mitteleuropäische Zeitzone anzuschließen.

Diese Vorliebe für die Mitteleuropäische Zeit führt dazu, dass auf den Ost-Norwegen vorgelagerten Inseln (Vardø) die Sonne bereits um 10:53 Uhr am höchsten Punkt steht, an der nordwestspanischen Küste (Kap Finisterre) dagegen erst um 13:37 Uhr MEZ, während der Sommerzeit eine Stunde später. Dadurch erklärt sich auch der spanische Brauch, sehr spät zu Abend zu essen -- nach reiner Sonnenzeit ist es nämlich dann noch gar nicht so spät. Portugal hat die MEZ wieder aufgegeben, da die Kinder selbst im Sommer noch bei Dunkelheit zur Schule gehen mussten.

In der Volksrepublik China - dessen Territorium etwa vier Zeitzonen überschneiden würde - wird nur eine einzige Zeit benutzt, die der koordinierten Weltzeit acht Stunden voraus ist. Ausschlaggebend für diese Festlegung war seinerzeit die Zeit in Peking. Im westlichsten Zipfel von China ist somit der astronomische Mittag erst um 15:00 Uhr.

Und in der russischen Exklave Kaliningrad war es nach der Wende einige Jahre lang eine Stunde später als im östlich(!) angrenzenden Litauen und zwei Stunden später als im südlich angrenzenden Polen - denn maßgeblich war für Kaliningrad die westlichste Zeitzone im russischen Mutterland, also +3h gegenüber UTC. Heute hat die Exklave die osteuropäische Zeitzone (UTC+2h) übernommen.

Aus Handelsgründen gilt in Singapur die gleiche Zeit wie Hong Kong, damit die Börsen der beiden Städte zur gleichen Zeit eröffnen und schließen. Somit findet der Sonnenauf- und -untergang um 07:00 Uhr und 19:00 Uhr statt, im Gegensatz zur astronomischen Zeit (Singapur liegt nur 1° nördlich des Äquators) von 06:00 Uhr und 18:00 Uhr. Auch Malaysia benutzt die gleiche Zeitzone wie Singapur und Hong Kong.

In Nepal beträgt die Zeitverschiebung +5:45h gegenüber der UTC, damit will sich das kleine Land vom großen Nachbarn Indien abgrenzen, der +5:30h hat.

In Kuba wurde 2004 auf Grund einer massiven Energiekrise beschlossen, in der Sommerzeit zu verbleiben. Somit hat Kuba jetzt ganzjährig UTC-4, anstatt der vorher gültigen, und geographisch richtigen UTC-5. Somit ergeben sich die gleichen Phänomene, wie oben für Singapur beschrieben.

In Venezuela wurde auf Anweisung des Präsidenten Hugo Chavez am 9. Dezember 2007 die Uhr um eine halbe Stunde zurückgestellt. Mit der nun gültigen UTC-4,5 versucht Chavez seinem Land einen individuellen Charakter zu geben und sich weiter von seinen Nachbarn abzugrenzen.

Sommerzeit

Viele Länder wechseln in der Frühlingsmitte in eine andere Zeitzone, im Herbst wieder zurück. So gilt in den meisten EU-Staaten im Winter die MEZ (UTC+1), in den Sommermonaten aber die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ, UTC+2). Bei Ländern auf der Südhalbkugel erfolgt der Wechsel zur Sommerzeit dort in unserem Herbst und zurück im (Nord-)Frühling.


Reist man in Richtung Osten, dann muss man seine Uhr vorstellen; in Richtung Westen seine Uhr zurückstellen.

Wenn dadurch Mitternacht überschritten wird, muss man noch zusätzlich ein Kalenderblatt abreißen oder das alte abgerissene wieder einkleben-

Länder nach Zeitzonen

Quelle: Artikel Zeitzone. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 5. Januar 2008, 11:51 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Zeitzone&oldid=40808389 (Abgerufen: 14. Januar 2008, 10:15 UTC)

Dieser Artikel stammt aus der Wikipedia. Der Inhalt dieser Seite steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation l Über Wikipedia l Lizenzbestimmungen

 

 

 

Home | Kontakt/Impressum l Disclaimer l Copyrightvermerk l © Lexas Information Network. Alle Rechte vorbehalten. Design by Offworld Indonesia