Der Schweizerpsalm, nach seinen ersten Worten auch
Trittst im Morgenrot daher genannt, ist die Nationalhymne der
Schweiz. Sie wird oft auch Landeshymne genannt.
Das Lied wurde 1841 von
Alberich Zwyssig, einem Zisterziensermönch des Klosters
Wettingen zu einem Text von Leonhard Widmer komponiert. Zwyssig
wählte den Messegesang Diligam te Domine (de. Ich will Dich
lieben Herr), den er 1835 für eine Pfarrinstallations-Feier
komponiert hatte und gab ihm den heute bekannten Namen,
Schweizerpsalm.
Bereits im Jahr 1837 war das Lied im „Festheft der Zürcher
Zofinger für die Feier der Aufnahme Zürichs 1351 in den
Schweizerbund“ enthalten und die Melodie erfreute sich, dank
Übersetzungen in die romanischen Sprachen, grosser Beliebtheit und
wurde häufig bei patriotischen Feiern gesungen. Zwischen 1894 und
1953 kam es zu zahlreichen Vorstössen, um das Lied zur offiziell
gültigen Nationalhymmne zu erheben, was der Bundesrat aber ablehnte.
Der Grund dazu war, dass eine Schweizer Nationalhymne nicht durch
ein behördliches Dekret eingeführt werden sollte, sondern vom Volk
gewählt werden sollte. Neben dem Schweizerpsalm existierte das
gleichermassen populäre Lied
Rufst Du mein Vaterland, welches zur Melodie von
God Save the Queen gesungen wurde. Im 20. Jahrhundert mit
der Zunahme von internationalen Kontakten führte dies jedoch bei
sportlichen und diplomatischen Anlässen zu Missverständnissen, was
letztendlich zum Wunsch nach einer neuen Hymne führte.
1961 beschloss der Bundesrat, dass der „Schweizerpsalm“ als eine
unverwechselbare und rein schweizerische Schöpfung anzuschauen sei
und deshalb als provisorische Nationalhymne zu gelten habe. Nach
einer dreijährigen Probezeit sprachen sich sechs Kantone gegen und
zwölf für die neue Hymne aus, während sieben für eine verlängerte
Probezeit plädierten. 1965 erfolgte die vorläufige Anerkennung des
„Schweizerpsalms“ als Schweizer Nationalhymne, wobei in der
Folgezeit mehrere Gegenvorschläge aufgrund des zwiespältigen
Ergebnisses eingereicht wurden, die aber auch nicht überzeugender
waren als der „Schweizerpsalm“. Am Nationalfeiertag im Jahr 1981
wurde der Schweizerspalm offizielle Nationalhymne der Schweiz und
löste damit „Rufst du mein Vaterland“ ab.
Da die Schweiz vier Landessprachen hat, wird der Text in jeder
Landessprache gesungen:
Deutsch
Französisch
Italienisch
Rumantsch
Schweizer Nationalhymne – Schweizerpsalm
Cantique Suisse
Inno Nazionale Svizzero (Salmo svizzero)
Imni naziunal Svizzer (Psalm svizzer Rumantsch
Grischun)
1. Strophe
Trittst im Morgenrot daher,
Seh’ ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpenfirn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet!
Eure fromme Seele ahnt
Eure fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
1. Strophe
Sur nos monts, quand le soleil
Annonce un brillant réveil,
Et prédit d’un plus beau jour le retour,
Les beautés de la patrie
Parlent à l’âme attendrie;
Au ciel montent plus joyeux
Les accents d’un coeur pieux,
Les accents émus d’un coeur pieux.
1. Strophe
Quando bionda aurora il mattin’ c’indora
l’alma mia t’adora rè del ciel!
Quando l’alpe già rosseggia
a pregare allor’ t’atteggia;
in favor del patrio suol,
cittadino Dio lo vuol.
1. Strophe
En l’aurora la damaun ta salida il carstgaun,
spiert etern dominatur, Tutpussent!
Cur ch’ils munts straglischan sura,
ura liber Svizzer, ura.
Mia olma senta ferm,
Mia olma senta ferm Dieu en tschiel,
il bab etern, Dieu en tschiel, il bab etern.
2. Strophe
Kommst im Abendglühn daher,
Find’ ich dich im Sternenheer,
Dich, du Menschenfreundlicher, Liebender!
In des Himmels lichten Räumen
Kann ich froh und selig träumen!
Denn die fromme Seele ahnt
Denn die fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
2. Strophe
Lorsqu’un doux rayon du soir
Joue encore dans le bois noir,
Le coeur se sent plus heureux près de Dieu.
Loin des vains bruits de la plaine,
L’âme en paix est plus sereine,
Au ciel montent plus joyeux
Les accents d’un coeur pieux,
Les accents émus d’un coeur pieux.
2. Strophe
Se di stelle è un giubilo la celeste sfera
Te ritrovo a sera o Signor!
Nella notte silenziosa
l’alma mia in Te riposa:
libertà, concordia, amor’,
all’Elvezia serba ognor.
2. Strophe
Er la saira en splendur da las stailas en l’azur
tai chattain nus, creatur, Tutpussent!
Cur ch’il firmament sclerescha
en noss cors fidanza crescha.
Mia olma senta ferm,
Mia olma senta ferm Dieu en tschiel,
il bab etern, Dieu en tschiel, il bab etern.
3. Strophe
Ziehst im Nebelflor daher,
Such’ ich dich im Wolkenmeer,
Dich, du Unergründlicher, Ewiger!
Aus dem grauen Luftgebilde
Tritt die Sonne klar und milde,
Und die fromme Seele ahnt
Und die fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
3. Strophe
Lorsque dans la sombre nuit
La foudre éclate avec bruit,
Notre coeur pressent encore le Dieu fort;
Dans l’orage et la détresse
Il est notre forteresse;
Offrons-lui des coeurs pieux:
Dieu nous bénira des cieux,
Dieu nous bénira du haut des cieux.
3. Strophe
Se di nubi un velo m’asconde il tuo cielo
pel tuo raggio anelo Dio d’amore!
Fuga o sole quei vapori
e mi rendi i tuoi favori:
di mia patria deh! Pietà
brilla, sol di verità.
3. Strophe
Ti a nus es er preschent en il stgir dal firmament,
ti inperscrutabel spiert, Tutpussent!
Tschiel e terra t’obedeschan
vents e nivels secundeschan.
Mia olma senta ferm,
Mia olma senta ferm Dieu en tschiel,
il bab etern, Dieu en tschiel, il bab etern.
4. Strophe
Fährst im wilden Sturm daher,
Bist du selbst uns Hort und Wehr,
Du, allmächtig Waltender, Rettender!
In Gewitternacht und Grauen
Lasst uns kindlich ihm vertrauen!
Ja, die fromme Seele ahnt,
Ja, die fromme Seele ahnt,
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
4. Strophe
Des grands monts vient le secours;
Suisse, espère en Dieu toujours!
Garde la foi des aïeux, Vis comme eux!
Sur l’autel de la patrie
Mets tes biens, ton coeur, ta vie!
C’est le trésor précieux
Que Dieu bénira des cieux,
Que Dieu bénira du haut des cieux.
4. Strophe
Quando rugge e strepita impetuoso il nembo
m’è ostel’ tuo grembo o Signor!
In te fido Onnipossente
deh, proteggi nostra gente;
Libertà, concordia, amor’,
all’Elvezia serba ognor.
4. Strophe
Cur la furia da l’orcan fa tremblar il cor uman
alur das ti a nus vigur, Tutpussent!
Ed en temporal sgarschaivel
stas ti franc a nus fidaivel.
Mia olma senta ferm,
Mia olma senta ferm Dieu en tschiel,
Il bab etern, Dieu en tschiel, il bab etern.