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Sicherheitshinweis

 
 

Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amtes der BRD vom 7. Januar 2008

  Westliche Reisende sollten vor und während der Reise nach Pakistan ortskundigen Rat zur Sicherheitslage in den ins Auge gefassten Reisezielen einholen. Grundsätzlich sollten Reisende sich von größeren Menschenansammlungen und religiösen Stätten am Freitag fernhalten. Landesweit besteht eine Gefährdung durch politisch-religiöse Gewalttaten.

Terrorismus

In der Vergangenheit gab es mehrere terroristische Anschläge, v.a. auf pakistanische Sicherheitskräfte in den Grenzgebieten zu Afghanistan, aber auch in den großen pakistanischen Städten. Im Vorfeld der anstehenden Parlamentswahlen sind insbesondere nach dem Attentat auf die Oppositionsführerin Benazir Bhutto in Rawalpindi am 27. Dezember weitere Anschläge nicht auszuschließen.

Beim Besuch von Märkten, wichtigen Amts- und Regierungsgebäuden, Einrichtungen der pakistanischen Sicherheitskräfte und Einrichtungen mit internationalem Publikumsverkehr wird deshalb zu besonderer Vorsicht geraten.

Seit der Räumung der Roten Moschee (Lal Masjid) in Islamabad durch pakistanische Sicherheitskräfte am 11. Juli 2007 und dem Wiederaufflammen von bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Aufständischen und pakistanischem Militär in den Stammesgebieten entlang der Grenze zu Afghanistan besteht eine erhöhte Gefahr von terroristischen Anschlägen in Pakistan.

In Islamabad kam es am 17. und am 27. Juli 2007 zu Selbstmordanschlägen mit mehreren Todesopfern. Bei Bombenanschlägen in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi bei Islamabad wurden am 04. September 2007 und am 24. November 2007 zahlreiche Menschen getötet bzw. verletzt.

Westliche Ausländer waren nicht unter den Opfern der Anschläge.

Reisen über Land

Es wird derzeit von Reisen in die Nordwestgrenzprovinz (NWFP), insbesondere in das Swat-Tal, die Stammesgebiete an der Grenze nach Afghanistan , sowie in den südlichen Punjab abgeraten. Dies gilt nicht für das Gebiet um Chitral (NWFP), sofern die Reise dorthin auf dem Luftwege durchgeführt wird.

In den Northern Areas führen latente Konflikte zwischen Shia-und Sunnigruppen gelegentlich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, insbesondere an schiitischen religiösen Feiertagen. Der Feiertag Ashura fällt 2008 in die Zeit um den 18. Januar. Westliche Ausländer sind nicht Ziel der streitenden Gruppen, sie können aber bei Ausschreitungen gefährdet werden. Hunza, Baltistan (Skardu) und das Nanga Parbat-Gebiet sind ruhig. Reisen dorthin sollten aber auf dem Luftweg (Flughäfen Gilgit und Skardu) durchgeführt werden, um Fahrten durch die Nordwestgrenzprovinz zu vermeiden.

Von Reisen nach Baluchistan außerhalb von Quetta wird derzeit dringend abgeraten. In Baluchistan hat sich die Sicherheitslage kritisch zugespitzt. Unzufriedene Stammesgruppen und separatistische Kräfte greifen regelmäßig Infrastruktureinrichtungen und Armeekräfte mit Granatwerfern, schultergestützten Raketen, Landminen an und verüben Sprengstoffanschläge. Armee und Luftwaffe gehen gegen die Aufständischen vor. Nach Bombenattentaten auf Reisebusse zum Punjab und wegen der Minengefahr sollte Quetta nur noch auf dem Luftweg besucht werden.

Am 12. und 13. Mai 2007 kam es - nach langen Jahren relativer Ruhe - bei innenpolitisch motivierten Auseinandersetzungen in Karachi zu bewaffneten Straßenschlachten, bei denen Dutzende von Todesopfern und zahlreiche Verletzte zu beklagen waren. Karachi war auch einer der Schwerpunkte der Ausschreitungen nach der Ermordung von Benazir Bhutto Ende Dezember 2007. Die Stadtviertel, in denen Ausländer überwiegend arbeiten und wohnen, waren von den Gewaltausbrüchen nicht betroffen. Ob im Zuge des anlaufenden Wahlkampfs weitere Ausschreitungen erfolgen, kann derzeit nicht eingeschätzt werden. Für Besucher empfiehlt sich, vorherige enge Abstimmung der Reisepläne mit den Partnern bzw. der deutschen Auslandsvertretung vor Ort.

Die Grenzgebiete zu Afghanistan, Iran und Indien sind nicht bzw. nur mit offizieller Genehmigung zugänglich. Dies gilt auch für den von Pakistan verwalteten Teil Kaschmirs („Azad Jammu and Kashmir“) entlang der Waffenstillstandslinie (Line of Control, LoC).

Die Grenzübergänge nach Indien (Wagah/Atari zwischen Lahore und Amritsar), Afghanistan (Torkham über Peshawar und Chaman über Quetta) sowie Iran (Taftan) sind jedoch offen, ebenso wie die direkten Transitstrecken dorthin. Die Mitnahme eines KfZ bei der Grenzüberquerung erfordert meist eine gesonderte Genehmigung. Für Afghanistan besteht eine Reisewarnung.

Kriminalität

In Karachi sollte wegen der allgemein angespannten Sicherheitslage und der hohen Kriminalitätsrate vom Besuch abgelegener Stadtbezirke abgesehen werden. Vor Stadterkundungen sollte ortskundiger Rat eingeholt werden. Wegen der hohen Kriminalitätsrate im inneren Sindh wird vor Reisen dorthin dringend abgeraten.

Blasphemie und Drogendelikte werden mit harten Gefängnisstrafen, unter Umständen mit der Todesstrafe geahndet (siehe auch: strafrechtliche Bestimmungen).

Für weitere Informationen steht die Deutsche Botschaft Islamabad bzw. das Deutsche Generalkonsulat in Karachi zur Verfügung.

Weiterführende Informationen und Links zu Pakistan beim Auswärtigen Amt

 
Weltweiter Hinweis
Die weltweite Gefahr terroristischer Anschläge besteht fort. Besonders hoch ist die Gefahr von Anschlägen im Nahen und Mittleren Osten, in Afghanistan, Indonesien und - wie zahlreiche schwere Anschläge in der jüngsten Zeit gezeigt haben - auch in Russland. Darüber hinaus besteht sie insbesondere in Regionen, in denen bereits in der Vergangenheit Terroranschläge verübt oder Terrororganisationen aufgedeckt wurden, in denen Terroristen über Rückhalt in der lokalen Bevölkerung verfügen oder in denen Attentate mangels effektiver Sicherheitsvorkehrungen vergleichsweise leicht verübt werden können. Eine Gefährdung ist jedoch auch anderswo nicht auszuschließen, etwa in den USA, oder den Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Als vorrangige Ziele müssen weiterhin Orte mit Symbolcharakter gelten. Dazu zählen religiöse Versammlungsstätten, Regierungs- und Verwaltungsgebäude, Verkehrsinfrastrukturen (einschließlich Luft- , Bahn- und Seeverkehr), Wirtschafts- und Tourismuszentren sowie Orte mit großen Menschenansammlungen.

Das Auswärtige Amt empfiehlt deshalb allen Reisenden nachdrücklich sicherheitsbewusstes und situationsgerechtes Verhalten. Zum Beispiel sollten Reisende sich vor und während einer Reise sorgfältig über die Verhältnisse in Ihrem Reiseland informieren, wachsam sein und verdächtige Vorgänge (z.B. unbeaufsichtigte Gepäckstücke in Flughäfen oder Bahnhöfen, verdächtiges Verhalten von Personen) den örtlichen Polizei- oder Sicherheitsbehörden melden.

Disclaimer des Auswärtigen Amtes
Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen in Rechnung gestellt werden. Dies sieht das Konsulargesetz vor.

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Reise und Ihre eigene Verantwortung können wir Ihnen nicht abnehmen. Gesetzliche Vorschriften eines Landes können sich ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Landes wird im Zweifelsfall empfohlen. Verweise auf Reise- und Sicherheitshinweise in den Geschäftsbedingungen von Reiseveranstaltern sind für das Auswärtige Amt nicht verbindlich.

Auswärtiges Amt
Bürgerservice
Referat 040
D-11013 Berlin
Tel.: (030) 5000-2000
Fax: (030) 5000-51000

http://www.auswaertiges-amt.de:80/diplo/de/Infoservice/FAQ/Sicherheitshinweise/Uebersicht.html

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Weitere Informationen
Weitere Länder- und Reiseinformationen:
http://www.auswaertiges-amt.de:80/diplo/de/Laenderinformationen/ListeNeuesteSicherheitshinweise.html
http://www.auswaertiges-amt.de:80/diplo/de/Laenderinformationen/Sicherheitshinweise-Laenderauswahlseite.jsp

 

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