Die tibetische Exilregierung (englisch kurz: Central Tibetan Administration (CTA); lang: Central Tibetan Administration of His Holiness the Dalai Lama) ist eine Exilregierung, die den Anspruch erhebt, die rechtmäßige Regierung Tibets und der Tibeter zu sein. Sie wurde 1959 nach der Flucht des 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso ins indische Exil gegründet.
Gebietsanspruch
Der Gebietsanspruch der tibetischen Exilregierung umfasst das autonome Gebiet Tibet und Qinghai (Hainan, Haixi, Haibei, Yushu, Golog, Huangnan), sowie Teile der angrenzenden Gebiete Gansu (Gannan, Tianzhu), Sichuan (Garzê, Ngawa, Muli) und Yunnan (Dêqên). Diese Gebiete und Teilgebiete werden von der tibetischen Exilregierung als das historische Tibet bezeichnet. Der derzeitige 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso versucht jedoch politisch keine vollständige Unabhängigkeit Tibets zu erreichen (rangzen), sondern würde einen autonomen Status nach dem Vorbild Hongkongs akzeptieren. Dieser Standpunkt ist unter Tibetern jedoch umstritten.
Aufgaben
Die tibetische Exilregierung kümmert sich hauptsächlich um die Belange der rund 100.000 Exil-Tibeter in Indien. Sie unterhält Schulen, ein Gesundheitswesen, organisiert kulturelle Veranstaltungen und das wirtschaftliche Wachstum der tibetischen Exilgemeinschaft Indiens. Durch die Erlaubnis der indischen Regierung hat die tibetischen Exilregierung eine eigene Rechtssprechung für die Exil-Tibeter in Nordindien. 1960 wurde ein Exil-Parlament (Versammlung der tibetischen Volksvertreter) gegründet und die tibetische Exilregierung wurde demokratisiert.
International
Die tibetische Exilregierung ist international nicht als rechtmäßige Regierung anerkannt, bekommt aber finanzielle Unterstützung von den Regierungen anderer Länder und internationaler Organisationen. Sie vertritt die Belange der Tibeter auch in der Organisation der nicht-repräsentierten Nationen und Völker.
2001 gab es eine weltweite Wahl der Tibeter im Exil für die Position des Premierministers (Kalon Tripa), die von Lobsang Tenzin gewonnen wurde. Der 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso betrachtet sich nunmehr politisch als halb im Ruhestand.

Der 14. Dalai Lama
Tenzin Gyatso



