Traditionelles Tibet und heutige Aufteilung in chinesische
Provinzen
Umschlossen wird Tibet von den Gebirgen des Himalaya im Süden, dem Karakorum im Westen und dem Kunlun Shan im Norden, aber auch im Innern wird es von zahlreichen Gebirgsriegeln durchzogen. Tibet grenzt von Westen nach Osten an die indischen Bundesstaaten Jammu und Kashmir, Himachal Pradesh, Uttaranchal, Sikkim und Assam (nach chinesischer Auffassung) bzw. Arunachal Pradesh (nach indischer Auffassung), sowie an die Länder Nepal, Bhutan und Myanmar (Birma), mit einer Gesamtlänge der Grenze zu diesen drei Ländern von knapp 4000 km.
Das traditionelle Tibet erstreckt sich über eine Fläche von 2,5 Millionen km², und ist unterteilt in die drei Provinzen:
Das Autonome Gebiet Tibet bezeichnet ein Gebiet von 1,22 Millionen km². Es umfasst die ehemalige Provinz U-Tsang und den westlichen Teil der ehemaligen Provinz Kham. Die zur Zeit unter indischer Verwaltung stehenden Gebiete Tibets sind in die Fläche von 1,22 Millionen km² mit eingerechnet. Diese sind: je zwei Abschnitte im Westen des Kreises Gar 噶爾縣 und im Süden des Kreises Zanda 札達縣, beide im Regierungsbezirk Ngari 阿里地區 (Westtibet), sowie der ganze Süden (Südwesten) der Kreise Cona 錯那縣, Mêdog 墨脫縣 und Zayü 察隅縣 in den Regierungsbezirken Shannan 山南地區 und Nyingchi 林芝地區 (Südosttibet). Die indische Verwaltung dieser Gebiete ist völkerrechtlich umstritten. Aus den indisch verwalteten Teilen der Kreise Cona, Mêdog und Zayü und einigen kleineren Flächen, die nie zu Tibet gehört hatten, wurde der Bundesstaat Arunachal Pradesh gebildet. Große Teile von Kham und von der ehemaligen Provinz Amdo wurden im 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts den chinesischen Provinzen Sichuan, Yunnan, Qinghai und Gansu zugeteilt. Sie wurden somit nicht Teil des AGT.
Der Umgang der einheimischen Bevölkerung mit den Bergwäldern gilt als sehr nachhaltig. Viele Holzbestände liess die chinesische Regierung jedoch roden und verkaufen.
Klima
In Tibet herrscht Hochlandklima mit großen Tagestemperaturschwankungen und viel Sonnenschein. Auch sind die Temperaturunterschiede zwischen dem Süden Tibets und dem Norden beträchtlich.
Das angenehmste Klima ist in den tieferen Lagen des Südostens Tibets. Dort liegen auch die Städte Lhasa, Gyangzê und Xigazê. Lhasa hat eine Durchschnittstemperatur von 8 Grad Celsius, Xigazê von 6,5 Grad während nach Norden hin das tibetische Plateau auf über 4500m Höhe ansteigt und in der nördlichen Hälfte Tibets ist die jährliche Durchschnittstemperatur unter 0 Grad (Permafrostgebiet).
Die meisten Bewohner Tibets leben im Gebiet zwischen Lhasa und Xigazê sowie am Ostrand des tibetischen Hochlands während der Norden, der Zentralbereich wie auch der Westen Tibets weitestgehend unbewohnbar sind.
- Temperatur in Lhasa (in °C)
| Monat | Maximum | Minimum |
|---|---|---|
| Januar | 6.8 | -10.2 |
| Februar | 9.2 | -6.9 |
| März | 12.0 | -3.2 |
| April | 15.7 | 0.9 |
| Mai | 19.7 | 5.1 |
| Juni | 22.5 | 9.2 |
| Juli | 21.7 | 9.9 |
| August | 20.7 | 9.4 |
| September | 19.6 | 7.6 |
| Oktober | 16.4 | 1.4 |
| November | 11.6 | -5.0 |
| Dezember | 7.7 | -9.1 |
| Durchschnitt | 15.3 | 0.8 |
Ökologie
In den 1950er-Jahren begann ein großer Kahlschlag in Tibets Wäldern vor allem im Osten des Landes. Unzählige Transporte mit tibetischem Holz verließen die Regionen meist in Richtung Zentralchina. Die Folgen sind in Tibet, wie auch in anderen vergleichbaren Regionen weltweit, eine hohe Erosion im Hochgebirge einhergehend mit Erdrutschen und erhöhtem Steinschlag, sowie einem Ansteigen der Wasserstände der Flüsse, was zu Überschwemmungen führt. Um weitere Umweltschäden zu vermeiden wurde im Autonomen Gebiet Tibet von 1990 bis 2002 die Einschlagsmenge von Holz von 210.000m³ auf 50.000m³ reduziert. Gleichzeitig wurde und wird weiterhin ein großangelegtes Aufforstprogramm durchgeführt.
Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Bevölkerungsentwicklung Tibets. Die Bevölkerung hat sich im letzten halben Jahrhundert mehr als verdoppelt und im Rahmen eines aufkommenden Wohlstands hat sich, nach offiziellen chinesischen Quellen, die Fleischproduktion Tibets von 1978 bis 2003 vervierfacht. Damit hat sich aber auch die Anzahl der Tiere der Nomaden auf den Steppen vervierfacht. Grundlage einer ökologisch verträglichen Viehwirtschaft der tibetischen Nomaden ist aber ausreichend Weidefläche, die in Tibet räumlich jedoch nicht weiter ausgedehnt werden kann. Es entsteht Weidekonkurrenz und Überweidung. Ohne die falsche Politik der 1970er- und 1980er-Jahre der Überweidung und teilweisen Verwüstung wären die Probleme etwas kleiner, dies löst die aktuellen Probleme aber auch nicht.
Verschärft wird die Weidekonkurrenz noch dadurch, dass, nach klassischer nomadischer Handlungsweise, die Haushalte Wert darauf legen, möglichst große Herden zu besitzen. Sie glauben nicht, dass es so etwas wie „zu viele Tiere“ gibt. Viele Tiere bezeugen Wohlstand und gelten als Absicherung für schlechte Jahre – die sich inzwischen häufen.
All dies verschärft den Druck auf die Steppenlandschaft, deren Qualität in den letzten Jahrzehnten bereits teilweise schwer gelitten hat. Für Nomaden müssen unbedingt neue Lebenschancen in den größeren Gemeinden und Städten geschaffen werden, um Menschen aus den Steppen abzuziehen und dadurch die Steppen zu entlasten.
Durch den Druck auf die Steppenlandschaft hat sich auch die Vegetation an den Oberläufen vieler Flüsse in großem Maß reduziert. Bodenerosion und Umweltzerstörung werden immer kritischer. Aus diesem Grund beschloss die Zentralregierung Chinas, von 2000 an 103,5 Milliarden Yuan zu investieren, um die natürlichen Wälder im Gebiet am Oberlauf des Yangtse und am Ober- und Mittellauf des Gelben Flusses, das 13 Provinzen und 770 Kreise umfasst, zu schützen.
|




