Åland
Flagge Ålands
 

 

 

 

 

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Åland besteht aus 6500 Inseln, von denen 60 bewohnt sind
(aufgenommen von Jürgen Howaldt am 13.07.2004)

Åland (auch Landskapet Åland; finnisch Ahvenanmaa) ist eine mit weitgehender Autonomie ausgestattete Provinz Finnlands. Sie besteht aus der gleichnamigen Inselgruppe in der nördlichen Ostsee am Eingang des Bottnischen Meerbusens zwischen Schweden und dem finnischen Festland. Schwedisch ist die einzige Amtssprache in der Provinz, die infolge einer Entscheidung des Völkerbundes aus dem Jahr 1921 als demilitarisierte Zone zu Finnland gehört, aber ihre inneren Angelegenheiten weitgehend autonom verwaltet. Bestimmte politische und wirtschaftliche Rechte stehen auch finnischen Staatsangehörigen nur begrenzt zu. Die Wirtschaft der Inseln wird heute vom Fremdenverkehr und dem Schiffsverkehr bestimmt, letzterer begünstigt durch steuerliche Sonderregelungen, welche beim Verkehr mit Åland den zollfreien Einkauf ermöglichen.

Geographie

Die Inselgruppe besteht aus über 6.500 Inseln und Schären und bildet ein Archipel am südlichen Eingang des Bottnischen Meerbusens in der nördlichen Ostsee. Åland ist ca. 40 km von der schwedischen Küste und 15 km von der finnischen Küste entfernt. Die Hauptinsel Fasta Åland mit etwa 90 % der Einwohner liegt im Westen, 40 km von der schwedischen und 100 km von der finnischen Küste entfernt.

Die Inseln haben eine Landfläche von insgesamt 1.554 km². Unter Einrechnung der Wasserflächen der Ostsee erreicht die Provinz eine Größe von 13.324 km². Die Gesamtzahl der Inseln beträgt 6757, wenn man als Mindestgröße einer Insel 0,25 ha ansetzt. Die auf etwa 60 Inseln verteilte Gesamteinwohnerzahl von 26.530 Menschen ergibt eine Bevölkerungsdichte von 17,1 Einwohner pro Quadratkilometer.

Åland ist eine relativ flache Inselgruppe. Der höchste Berg ist der Orrdalsklint im Norden von Fasta Åland mit 129 m Höhe.

Bild:Topographic map of Åland.svg

Klima

Das Klima auf Åland ist aufgrund der Insellage in der Ostsee im Vergleich zum schwedischen und finnischen Festland gemäßigt. Die Ostsee erwärmt im Winter die kalten Nordostwinde und kühlt im Sommer die heißen Südostwinde. Der jährliche Niederschlag liegt bei durchschnittlich 551 mm pro Jahr und ist damit geringer als auf dem schwedischen und dem finnischen Festland.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 5,5 °C. Die höchste jemals auf Åland gemessene Temperatur beträgt 31,3 °C, die niedrigste -32,4 °C. Die Durchschnittswerte für die einzelnen Monate des Jahres aus den Jahren 1971 bis 2000 sind der nebenstehenden Tabelle zu entnehmen.

Quelle: Finnisches Meteorologisches Institut, Meteorologisches Jahrbuch 2003

Flora

Åland gehört zur Vegetationszone des borealen Nadelwaldes. Neben den vorherrschenden Tannen- und Fichtenarten gibt es jedoch auch zahlreiche Laubbäume, insbesondere Eichen, Eschen, Ulmen, Ahorn und Linden. Auf den Inseln wachsen auch viele Orchideenarten, von welchen die meisten zu den etwa fünfzig unter Naturschutz stehenden Pflanzen gehören.

Fauna

In Åland sind 25 Säugetierarten beheimatet, darunter viele Nagetiere, aber auch Rothirsche und Rehe. Durch die Meerlage und das relativ milde Klima gibt es eine reichhaltigere Vogelwelt als auf dem finnischen Festland. Auf den Inseln brüten über 130 Vogelarten, darunter bedrohte Wasservögel wie die Bergente. Der Seeadler, der Mitte der 1970er Jahre in ganz Finnland praktisch ausgerottet war, kann nach erfolgreichen Schutz- und Wiederansiedlungsbemühungen in Åland in großer Zahl angetroffen werden. Von dem Jagdwild abgesehen stehen fast alle Tiere Ålands unter Naturschutz.

Geschichte

Nachdem Åland im Laufe der Jahrhunderte Streitball zwischen Schweden, Finnland und auch Russland gewesen war, wurde die Alnad-Frage endgültig am 24. Juni 1921 vom Völkerbund entschieden. Nach dessen Entscheidung sollten die Inseln im Staatsverbund Finnlands verbleiben. Jedoch seien zur Sicherung der Nationalität, der Sprache und der Kultur der schwedischsprachigen Bevölkerung der Inseln verschiedene Garantien zu geben. Ferner sollte der demilitarisierte Status der Inseln wiederhergestellt werden.

Finnland akzeptierte die Bedingungen und setzte diese als Ergänzungen zu der bereits 1920 gewährten Selbstverwaltung in Kraft. Am 20. Oktober 1921 wurde in Genf ein Abkommen über die Demilitarisierung und Neutralität Ålands geschlossen, welches mit Ausnahme der Sowjetunion alle Anrainerstaaten der Ostsee unterzeichneten.

Politik

Bild:Parlamentsbyggnaden i Mariehamn, våren 1991..jpg
Wichtigstes Organ der åländischen Selbstverwaltung ist das Lagting (Landtag), das in diesem Gebäude in Mariehamn tagt.

Selbstverwaltung

Das Selbstverwaltungsrecht Ålands ist in § 120 der finnischen Verfassung verbürgt. Die Einzelheiten sind in einem eigenen Selbstverwaltungsgesetz geregelt, welches heute in der Fassung vom 16. August 1991 in Kraft ist und im Rang der Verfassung gleichsteht. Åland verfügt für die Beschlussfassung in Selbstverwaltungsangelegenheiten über ein eigenes Parlament, das Lagting (Landtag), sowie eine eigene Landschaftsregierung. Der Landtag wird alle vier Jahre in allgemeinen Wahlen gewählt. Die Landschaftsregierung wird vom Landtag ernannt.

Der Landtag besitzt die Gesetzgebungskompetenz für die Angelegenheiten, die der Selbstverwaltung unterfallen. Zu diesen Angelegenheiten gehören praktisch alle Regelungen der inneren Verwaltung, des örtlichen Wirtschaftslebens, der Sozialfürsorge sowie der inneren Ordnung. Beim finnischen Staat verbleiben die Kompetenzen in der Außenpolitik, der größte Teil des Zivil- und Strafrechts, die Organisation der Gerichte sowie Zoll- und Steuerangelegenheiten.

Die in Åland tätigen politischen Parteien sind organisatorisch völlig unabhängig von den im übrigen Finnland tätigen Gruppierungen. Zu den meisten finnischen Parteien gibt es allerdings gleichnamige Entsprechungen in Åland, die den finnischen Parteien ideologisch nahestehen.

Verhältnis zu Finnland

Åland nimmt wie alle anderen Teile Finnlands an den in Finnland abgehaltenen allgemeinen Wahlen, insbesondere den Wahlen zum finnischen Parlament und zum Europäischen Parlament sowie der Direktwahl des Präsidenten teil. Bei den Wahlen zum finnischen Parlament bildet Åland einen eigenen Wahlkreis. Der autonomen Inselgruppe steht nach § 25 der finnischen Verfassung unabhängig von der Bevölkerungszahl einer der 200 Sitze im Parlament zu. Unabhängig von der Parteizugehörigkeit schließt sich der Vertreter Ålands im Parlament Finnlands regelmäßig der Fraktion der Schwedischen Volkspartei an.

Die Bewohner Ålands sind Staatsangehörige Finnlands. Aufgrund des Selbstverwaltungsgesetzes gibt es aber parallel dazu ein sog. Heimatrecht (Hembygdsrätt), welches funktionell einer åländischen Staatsangehörigkeit ähnelt. An den Wahlen zum Landtag und an den Kommunalwahlen dürfen aktiv wie passiv nur Personen mit åländischem Heimatrecht teilnehmen. Auch der Erwerb von Grundeigentum auf den Inseln sowie die Aufnahme einer unternehmerischen Tätigkeit setzen in der Regel das Heimatrecht voraus. Das åländische Heimatrecht kann nur von finnischen Staatsangehörigen erworben werden, die mindestens fünf Jahre ohne Unterbrechungen in Åland gewohnt haben und der schwedischen Sprache mächtig sind.

Wirtschaft

Allgemeines

Åland gehört mit Finnland zur Europäischen Union. Aufgrund des Protokolls Nr. 2 des Vertrages zum Beitritt Finnlands zur Europäischen Gemeinschaft ist Åland allerdings von der Anwendung der gemeinschaftlichen Vorschriften zur Angleichung der Umsatz- und Verbrauchsteuern ausgenommen. Als Konsequenz besteht zwischen der Provinz und anderen Mitgliedsstaaten der EU ebenso wie zwischen Åland und dem restlichen Finnland eine Steuergrenze. Warentransporte von und nach Åland müssen daher eine Zollabfertigung durchlaufen. Wegen der Steuergrenze ist auf Reisen von Finnland oder Schweden nach Åland aber auch weiterhin steuerfreier Einkauf möglich. Die offizielle Währung ist wie im restlichen Finnland der Euro, jedoch kann auf Åland überall auch mit der Schwedischen Krone bezahlt werden.

Die Wirtschaft Ålands ist durch eine hohe Quote von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. In der Provinz sind etwa 2.600 Unternehmen tätig. Von diesen gehören etwa 700 zum traditionellen Landwirtschaftssektor. In etwa 90 % der Unternehmen sind weniger als zehn Arbeitnehmer beschäftigt. Die Arbeitslosenquote ist seit Jahren sehr niedrig und in den Sommermonaten oftmals die niedrigste in Europa. Die Arbeitslosenquote lag Ende September 2007 bei 2,0 %. Wegen der großen Bedeutung des Tourismus wird der Arbeitsmarkt teilweise durch sommerliche Saisonarbeitsplätze geprägt, wodurch die Arbeitslosigkeit in dieser Zeit regelmäßig am niedrigsten liegt.

Verkehr und Tourismus

Neben dem traditionellen Hauptgewerbe der Landwirtschaft ist der Fremdenverkehr, insbesondere der Fährverkehr, in Åland zum bedeutendsten Wirtschaftszweig aufgestiegen. Begünstigt durch die Möglichkeit des zollfreien Einkaufes produziert die Schifffahrt inzwischen 40 % des åländischen Bruttosozialproduktes. In diesem Bereich werden mehr Arbeitnehmer benötigt als auf dem åländischen Arbeitsmarkt verfügbar sind. Auf den åländischen Schiffen sind daher auch viele Arbeitnehmer aus Finnland und Schweden tätig.

Von Helsinki, Turku oder Stockholm aus fahren die großen Fähren der Reedereien Viking Line und Silja Line. Fährverbindungen bestehen auch zu den schwedischen Orten Kapellskär und Grisslehamn. Von der finnischen Seite kommt man auch mit den Schärenfähren von Vuosnainen und Galtby nach Åland. Im Jahr 2005 wurde unter Federführung der Landschaftsregierung Åland mit breiter Unterstützung der åländischen Wirtschaft auch eine eigene Fluggesellschaft, Air Åland, gegründet.

Im Jahre 2004 wurde Åland von 224.800 Gästen besucht. Die meisten Gäste kamen mit 111.400 aus Schweden, die zweitgrößte Gruppe stellte Finnland mit 92.500 Besuchern, und an dritter Stelle steht Deutschland mit 6.700 Gästen.

Die Inseln verfügen über ein dichtes Straßennetz mit einer Gesamtlänge von 912,7 km, wovon 646,8 km asphaltiert sind.

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Kleine Fähren verkehren im örtlichen Verkehr zwischen den Inseln. Hier eine Anlegestelle in Överö (Föglö).
(Foto von
Jürgen Howaldt am 13.7.2004)

Land- und Forstwirtschaft

Die traditionellen landwirtschaftlichen Gewerbe sind in neuerer Zeit in ihrer Bedeutung hinter den Dienstleistungssektor zurückgetreten, nehmen aber unverändert eine wichtige Rolle im åländischen Wirtschaftsleben ein. Im Jahr 2004 waren 5,3 % der Arbeitnehmer in der Land- oder Forstwirtschaft beschäftigt. Auch die Industrie Ålands, in welcher 9,8 % der Arbeitnehmer tätig sind, steht mehrheitlich mit der Veredelung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Fischereiprodukten in Verbindung. Von der Landfläche Ålands sind 9 % Ackerland, 4 % Weideland und 58 % Wald.

Die Hauptprodukte der Landwirtschaft Ålands sind Zuckerrüben (44.514 Tonnen im Jahr 2004), Kartoffeln (15.969 Tonnen), Zwiebeln (5.669 Tonnen), Gerste und Hafer (5.597 Tonnen) sowie Weizen (4.836 Tonnen). In der Viehwirtschaft überwiegt die Milchproduktion (14.433 Tonnen). Die åländischen Fischer fuhren im Jahr 2004 einen Fang von insgesamt 3.300 Tonnen ein, überwiegend Heringe (2.541 Tonnen). Die 36 Fischzuchten in der Provinz erzeugten im gleichen Jahr einen Ertrag von 3.210 Tonnen.

Sprache

Einzige offizielle Sprache Ålands ist gemäß § 36 Abs. 1 und 2 des Selbstverwaltungsgesetzes Schwedisch. Der auf Åland gesprochene Dialekt, das åländische Schwedisch (Ålands-svenska), steht dem in Schweden gesprochenen Reichsschwedischen näher als dem von der schwedischsprachigen Minderheit in Finnland gesprochenen Finnlandschwedischen.

Auch innerhalb des Åländischen gibt es noch einige unterschiedliche Dialekte. So sprechen die Einwohner im Westen der Inselgruppe (in den Gemeinden Eckerö und Hammarland) einen Dialekt, der dem Reichsschwedischen mehr ähnelt als andere åländische Dialekte. In den östlichen Schären wird ein Schwedisch mit leicht finnischem Akzent gesprochen (vor allem auf Brändö).

Der åländische Dialekt verfügt über eine Reihe von eigenständigen Wörtern, die es weder auf dem schwedischen Festland noch im Finnlandschwedischen gibt. Als Beispiele seien genannt:

  • inga statt inte (nicht)
  • blystra statt vissla (pfeifen)
  • byka statt tvätta (waschen)

Eine Minderheit von 5 % der Einwohner Ålands gibt als Muttersprache Finnisch an, 2,5 % eine andere Sprache.

Religion

Soweit sich die Åländer zu einer Glaubensgemeinschaft bekennen, gehören sie praktisch ausschließlich der Evangelisch-lutherischen Kirche an. Die Åland-Inseln gehören seit 1923 zum Bistum Porvoo, das die schwedischsprachigen Regionen Finnlands betreut. Nur eine Minderheit von 0,6 % gehört einer Freikirche oder einer anderen Religionsgemeinschaft an (Zeugen Jehovas 0,18 %, Römisch-Katholisch 0,14  %, Griechisch-Orthodox 0,06 %, Adventisten 0,05 %, Sonstige 0,18  %).

Die Zahl der Konfessionslosen ist in den vergangenen Jahren merklich angestiegen, von 4,7 % im Jahr 1990 auf 10,4 % im Jahr 2005.

Quellen
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Nationale Symbole

Wappen Ålands
Das offizielle Wappen
 

Amtssprache
Schwedisch


Nationalhymne
Ålänningens sång

Nationalflagge

Informationen zur Flagge
 
Nationalfeiertag
9. Juni
Hauptstadt
Mariehamn
Währung
Euro

 
Kfz-Kennzeichen
AX
Internet-TFD
.ax
 Telefon-Vorwahl
+358-18

Fläche (Land)
1.554,1 km²

Einwohner
26.530
(31. Dezember 2004)

Bevölkerungsdichte
17,1 Einwohner pro km²

Zeitzone
UTC +2
MEZ +1

Bild:LocationAland.png

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