Der Nahe Osten ist eine geographische Bezeichnung, die heute im Allgemeinen für arabische Staaten Vorderasiens und Israel benutzt wird. Häufig werden außerdem die Türkei, Ägypten und der Iran dazugezählt. Der Nahe Osten schließt insbesondere die Region des Fruchtbaren Halbmondes und die Arabische Halbinsel mit ein.
Historisch bezeichnete der Begriff „Naher Osten“ seit dem Neunzehnten Jahrhundert das Gebiet des Osmanischen Reiches außerhalb Europas.
Der deutsche Begriff Naher Osten überschneidet sich mit dem englischen Begriff Middle East, ist aber nicht mit ihm geographisch gleichzusetzen .
Staaten, Gebiete und Regionen (alphabetisch)
- Ägypten1
- Bahrain
- Irak
- Iran²
- Israel
- Jemen
- Jordanien
- Katar
- Kuwait
- Libanon
- Oman
- Palästinensische Autonomiegebiete
- Saudi-Arabien
- Syrien
- Türkei³
- Vereinigte Arabische Emirate
1 im
engeren, eher ungebräuchlichen Sinn nur der asiatische Teil, also der
Sinai
2 wird nicht immer dazugezählt,
da weder arabisch, noch ehemals osmanisch
3 wird nicht immer dazugezählt
Naher und Mittlerer Osten
Im Deutschen wird zwischen dem Nahen Osten, dem Mittleren
Osten (Südasien, Afghanistan und oft auch Iran) und dem
Fernen Osten unterschieden. Verwirrung stiftet manchmal,
dass die Region im Englischen (Middle East) sowie in vielen
nahöstlichen Sprachen als mittlerer Osten bezeichnet wird,
insbesondere auf arabisch الشرق الأوسط asch-scharq
al-awsat, DMG aš-šarqu l-ausaṭ, hebräisch המזרח התיכון
haMizrach haTichon, türkisch Orta Doğu, kurdisch nêz
rojhilat und persisch خاورمیانه.
Im Englischen existiert allerdings neben Middle East auch
der bedeutungsgleiche, aber seltener benutzte Begriff Near
East (wörtlich: naher Osten). Beide bezeichnen heute Länder
in Südwestasien und Nordostafrika von Libyen bis
Afghanistan[2] und sind damit nicht bedeutungsgleich mit dem
deutschen Nahen Osten, der nur einen Teil des Middle East
bildet. Die G8-Definition von Middle East bezieht sogar das
gesamte Nordafrika (Mittelmeeranrainerstaaten) mit ein. Der
Begriff Near East wiederum wird im englischsprachigen Raum
von Archäologen, Geographen und Historikern in einer
Sonderbedeutung benutzt; dort umfasst er vor allem
Anatolien, die Levante und Mesopotamien. Historisch wurde
außerdem im Englischen allgemein zwischen Near East und
Middle East unterschieden: Der britische Begriff Near East
wurde ab etwa 1850 bis zum Ende des Osmanenreiches für den
Balkan und das Osmanische Reich ohne den Iran – und damit
auch für Teile des Nahen Ostens – benutzt. Middle East
bezeichnete damals das Gebiet vom Iran über Afghanistan und
Kaukasus bis nach Zentralasien.
Orient, Vorderer Orient
In einem eher religiös-kulturellen Sinne wird meist
Orient oder Morgenland für das Gebiet des Mittleren und
Nahen Ostens im politischen oder geographischen Sinne
verwendet; der Vordere Orient ist dabei unscharf
entsprechend der Nahe Osten. Die Welt des Orients
beschäftigte viele europäische Dichter und Schriftsteller,
siehe zum Beispiel Johann Wolfgang von Goethes
„West-östlicher Diwan“, Hermann Hesses Roman
„Morgenlandfahrt“ oder die abenteuerlichen
Orient-Erzählungen des Hermann von Pückler-Muskau, die
Bestseller waren und zur Erzählfigur des Münchhausen
führten. Der Orient ist kultur- und sittengeschichtlich eine
Ansammlung von gegenteiligen Zuschreibungen und
fantastischen Vorstellungen im Spiegelbild westlicher
Kultur. Man kann sagen, dass der Orient in diesem
religiös-kulturgeschichtlichen Sinne das ist, was der
Okzident, das Abendland, nicht ist.
Quellen
Seite „Naher Osten“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 5. Oktober 2010, 16:10 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Naher_Osten&oldid=79930268 (Abgerufen: 8. Oktober 2010, 08:17 UTC)
