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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Inselgruppe und dem
Bundesstaat Hawaii; zur gleichnamigen Hauptinsel der Gruppe, auch
Big Island genannt, siehe
hier:
http://www.lexas.net/inselwelten/hawaii/hawaii.asp Hawaiʻi (engl. und deutsch meist: Hawaii) ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean und der Name des 50. Bundesstaates der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Inselgruppe gehört zum polynesischen Kulturraum und bildet die nördliche Spitze des sogenannten polynesischen Dreiecks. Der Beiname von Hawaiʻi ist „Aloha State“ (Aloha-Staat). Insgesamt gehören 137 Inseln mit einer Gesamtfläche von 16.733 km² zu Hawaiʻi, die meisten davon sind jedoch nicht bewohnt. Die acht größten Inseln sind (von West nach Ost) Niʻihau, Kauaʻi, Oʻahu, Molokaʻi, Lānaʻi, Kahoʻolawe, Maui und Hawaiʻi, die größte Insel, die auch Big Island genannt wird. An die Hauptinseln schließen sich im Nordwesten die Nordwestlichen Hawaiʻi-Inseln an, welche – mit Ausnahme der Midwayinseln – ebenfalls zum US-Bundesstaat Hawaiʻi gehören. 50. Bundesstaat der Vereinigten StaatenNachdem die Einwanderung von Asiaten und US-Amerikanern die Hawaiier zur Minderheit im eigenen Land gemacht hatte, wurde Hawaiʻi am 21. August 1959 nach einem Volksentscheid zum 50. Bundesstaat der USA, und William F. Quinn zum ersten hawaiischen Gouverneur erklärt. Die USA verabschiedeten 1993 die Apology Resolution (formell United States Public Law 103–150), mit der sie den Putsch gegen die Monarchie von 1893 für unrechtmäßig erklärten und sich dafür entschuldigten. Am 23. November 1993 wurde das Gesetz von beiden Häusern des Kongresses verabschiedet und am gleichen Tag von Präsident Bill Clinton unterzeichnet. Die polynesische Urbevölkerung, nun in der Minderheit, fordert heute wieder mehr Unabhängigkeit, Rechte und Land für die Hawaiier sowie eine Sezession von den Vereinigten Staaten. Heute leben lediglich noch 120.000 der zu Zeiten Cooks 300.000 Nachkommen (meist Mischlinge) der Ureinwohner auf den Inseln. Die Unabhängigkeitsbewegung und Spannungen zwischen den ethnischen Gruppen abzubauen, sind ein Schwerpunkt des Matsunaga Institute for Peace, das auf einen gewaltfreien Ausgleich der Konflikte hinarbeitet. Der traditionelle Aloha-Geist steht für Gastfreundschaft, gegenseitigen Achtung, dem Respekt, der Bescheidenheit und von bedingungsloser Liebe. Bevölkerung
Neben den
polynesischen Ureinwohnern
siedelten sich nach der Entdeckung
weiße Missionare, Händler und
Walfänger in Hawaiʻi
an. Für den Zuckerrohranbau und
später Ananasanbau wurden
chinesische und japanische
Arbeitskräfte angeworben, die sich
dort ansiedelten und teilweise ihre
Kultur mitbrachten. Die berühmten
„goldenen Menschen“ von Hawaiʻi
entstanden aus der Durchmischung der
polynesischen Ureinwohner mit den
asiatischen (v. a. japanischen)
Einwanderern.
Die Hawaiʻi-Inseln zählen etwa 1,2 Millionen Einwohner. Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Archipels ist Honolulu mit etwa 390.000 Einwohnern. Die größten Bevölkerungsgruppen bildeten im Jahre 2000 Asiaten mit 41,6 % (einschließlich 16,7 % japanischer, 14,7 % philippinischer und 4,7 % chinesischer Herkunft), 24,3 % Menschen europäischer Herkunft, 7,9 % Polynesier (6,6 % „ursprüngliche“ Hawaiier) und 1,8 % Schwarze (Afroamerikaner). Verbreitete Sprachen auf Hawaiʻi sind neben Englisch Hawaii Creole English und die indigene Hawaiische Sprache. Im Jahre 1840 errichtete König Kamehameha III. das erste staatliche Schulsystem. Mehr als 60 Jahre später folgten nach und nach die Gründungen mehrerer Universitäten: 1907 wurde die University of Hawaiʻi gegründet, 1955 die Chaminade University of Honolulu und 1965 die Hawaiʻi Pacific University.
VulkaneDie Inseln sind abgesehen von den Korallenriffen alle vulkanischen Ursprungs. Die Schildvulkane der Hawaiʻi-Inseln sind die größten Vulkane der Erde. Der Mauna Kea liegt dabei mit 4.205 Meter Höhe über dem Meer und einer Basis in 5.400 Meter Wassertiefe, also insgesamt über 9.000 Meter, an der Spitze. Es ist mit dieser absolut gemessenen Höhe der größte Berg der Erde. Der nur wenig niedrigere Mauna Loa ist nach seinem Volumen der massivste Vulkan der Erde. Sein Gewicht ist so groß, dass er die gesamte pazifische Platte messbar deformiert. Auf der größten Insel, Hawaiʻi, sind der Mauna Loa und der Kīlauea noch tätig, letzterer ist seit 1983 ununterbrochen aktiv. Die in historischer Zeit ausgebrochenen Vulkane Hualālai (Hawaiʻi) und Haleakalā (Maui) werden als noch nicht erloschen angesehen. 28 Kilometer südöstlich des Kīlauea befindet sich der unterseeische Vulkan Lōʻihi. Er ist der jüngste Vulkan, der mit der hawaiischen Kette verbunden ist. Erdbebenschwärme zeigen an, dass der Vulkan aktiv ist. Der Gipfel des Vulkans ist 969 Meter unterhalb des Meeresspiegels und enthält eine krater-(caldera)-ähnliche Vertiefung. Zwei Risszonen dehnen sich nördlich und südöstlich aus. Bräche Lōʻihi mit einer Häufigkeitsrate aus, die mit der des Kīlauea und des Mauna Loa vergleichbar ist, so würde er den Meeresspiegel in einigen zehntausend Jahren erreichen. KlimaHawaiʻi liegt in den äußeren Tropen. Sein Klima ist durch den vorherrschenden NO-Passat mild und ausgeglichen. Im Gegensatz zu den feuchten Luvseiten mit ihrer tropischen Vegetation bleiben die Leeseiten der Inseln relativ trocken. Wirtschaft und InfrastrukturDas reale Bruttoinlandprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2006 bei USD 38.083 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten USD 37.714; nationaler Rangplatz: 16). Der Tourismus ist der Hauptwirtschaftszweig des Bundesstaates, gefolgt von den wirtschaftlichen Aktivitäten und Einflußfaktoren der militärischen Anlagen und Truppen.[16] Der Anbau und Export von Zuckerrohr und Ananas auf Plantagen war früher der bedeutendste Wirtschaftszweig und leistet noch heute einen wichtigen Beitrag zum Einkommen.[16] Der Walfang wurde bereits von Kamehameha V. (1863–1873) verboten, so dass der Anbau dieser Pflanzen immer wichtiger wurde. Außerdem werden Blumen, Makademia-Nüsse, Kaffee, Bananen, Tabak, Reis, Baumwolle, Papayas, Guave, Kokosnüsse and andere tropische Früchte geerntet. Außerdem werden Orchideen gezüchtet, Rinderweidewirtschaft und Fischfang (Thunfisch) betrieben. Bekannt ist auch der Anbau von Cannabis. 1990 führte die US Regierung die Operation Wipeout aus. Es wurden über 90 % der hawaiischen Cannabispflanzen vernichtet, das entsprach etwa einem Wert von 6 Milliarden US-Dollar. Die Hollywood-Filmindustrie auf Hawaiʻi ist ebenfalls ein wichtiger Zweig der Wirtschaft. Der Hafen Honolulus hat ausgedehnte Verladeanlagen und liegt im Mittelpunkt der transpazifischen Passagier- und Frachtschifffahrtslinien. Der Internationale Flughafen Honolulu ist Flugverkehrsknotenpunkt im Pazifik. Industriezweige sind Lebensmittelverarbeitung meist für den US-amerikanischen Markt (Dosenananas), Zuckerraffinade, Maschinenbau, Metallwaren, Baustoffe und Bekleidungsindustrie. Militäranlagen wie der Flottenstützpunkt Pearl Harbor, die Hickam Air Force Base und das Tripler Army Medical Center sind für die örtliche Wirtschaft von Bedeutung. Einzelne InselnOʻahu ist die drittgrößte Insel Hawaiʻis, auf der 75 % der 1,2 Millionen Einwohner der Inselkette leben. Die meisten japanischen Einwanderer leben hier. Honolulu, Hawaiʻis weltoffene Hauptstadt, erstreckt sich auf einer Länge von über 42 km. Neben dem multikulturellen Stadtzentrum liegen auf Oʻahu der lebendige und weltberühmte Badeort Waikiki sowie der erloschene Vulkan „Diamond Head“, das Wahrzeichen von Honolulu und Waikiki. Waikiki Beach, ein vier km langer Strand. Der North Shore Beach ist berühmt für seine mit bis zu 15 Meter hohen Wellen und gilt als ein Surferparadies. Auf der Militär-Basis Pearl Harbor kann die Gedenkstätte des Schlachtschiffes U.S.S. Arizona anlässlich des Angriffs der Japaner am 7. Dezember 1941 besichtigt werden. Dabei kamen 2346 US-Soldaten ums Leben und 8 Schiffe wurden versenkt. Heute ist dieser große geschützte Hafen an der Südküste fast gänzlich militärisches Sperrgebiet. Er dient den USA als strategische Flottenbasis und U-Boot-Stützpunkt für den Pazifikraum. Hawaiʻis älteste und grünste Insel Kauaʻi wird auch Garteninsel genannt. Die gezackten und üppig bewachsenen Klippen im Norden dieses Tropenparadieses stehen im starken Kontrast zu der trockeneren Westseite, die durch Waimea Canyon geprägt ist. Der Großteil der Küste wird von ursprünglichen, feinen Sandstränden mit Korallenriffen umsäumt. Am eindrucksvollsten ist die entlegene „Nā Pali“ Küste und der dort verlaufende „Nā Pali Trail“ Wanderweg. Der Gipfel des Waiʻaleʻale (1569 m) ist als regenreichster Ort der Erde bekannt. Jurassic Park wurde auf dieser Insel verfilmt.
Quellen:
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