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Liste der Präsidenten der Vereinigten Staaten

Bild:Five Presidents.jpg
Fünf amerikanische Präsidenten: George H.W. Bush, Ronald Reagan
, Jimmy Carter, Gerald Ford und Richard Nixon (v.l.n.r.)

Vom Unabhängigkeitskrieg bis zum Bürgerkrieg (1789–1861) [Bearbeiten]

Nr. Präsident Partei Konfession Amtszeit Periode Vizepräsident
1 George Washington parteilos Episkopaler 30. April 1789
 3. März 1797
1. John Adams
2.
Washington ist der erste Präsident nach dem Unabhängigkeitskrieg und gilt als „Vater der amerikanischen Nation“. Mit seiner Amtsführung setzt er Maßstäbe und schafft Präzedenzfälle, die für alle weiteren Präsidentschaften prägend sind. Zu seinen Leistungen zählt die Errichtung einer funktionsfähigen Bundesregierung und der Aufbau eines Kabinetts. Gleichwohl ist seine Politik nicht immer glücklich: Eine Steuer auf Alkohol führt zur Whiskey-Rebellion und politisch ist der Jay-Vertrag höchst umstritten. Washington befürwortet in den europäischen Koalitionskriegen eine neutrale Haltung und setzt diese Politik auch in der Citizen Genêt-Affäre gegen eine starke pro-französische Stimmung in der Bevölkerung durch. Durch seinen Entschluss auf eine dritte Amtszeit zu verzichten, bindet er – bis auf F. Roosevelt – alle seine Nachfolger an diese Vorgabe der nur einmaligen Wiederwahl.
2 John Adams Föd. Unitarier  4. März 1797
 3. März 1801
3. Thomas Jefferson
Die Präsidentschaft von John Adams ist innenpolitisch von Intrigen und politischen Zänkereien geprägt, die in der Herausbildung des Zweiparteiensystems begründet sind. Der Quasi-Krieg mit Frankreich und die XYZ-Affäre zeigen, dass eine Verwicklung in die europäischen Kriege kaum noch abwendbar ist. Zur Landesverteidigung setzt Adams mit den Alien and Sedition Acts erhebliche Einschränkungen der demokratischen Rechte durch, steigert die Militärausgaben und ordnet die Gründung des Marineministeriums an. Seine größte Leistung ist die Vermeidung des scheinbar unabwendbaren Krieges durch Verhandlungen mit Talleyrand und gegen den Widerstand in der eigenen Partei.
3 Thomas Jefferson Demokr.-
Rep.
keine Zugehörigkeit  4. März 1801
 3. März 1809
4. Aaron Burr
5. George Clinton
Die Wahl Jeffersons zum Präsidenten erfolgt wegen eines Patts im Electoral College durch das Repräsentantenhaus. Ein Ergebnis der umstrittenen Wahl sind das wegweisende Urteil zur Verfassungsgerichtsbarkeit und der Verfassungszusatz zur Präsidentschaftswahl. Mit dem Louisiana Purchase wird die französische Kolonie Louisiana erworben, die daraufhin entsandte Lewis-und-Clark-Expedition ist die erste Überlandexpedition von Küste zu Küste und Jefferson bewilligt die Mittel für die erste Nationalstraße. Mit dem Tripolitanischen Krieg wird erstmals eine militärische Auseinandersetzung außerhalb der eigenen Grenzen geführt. Der Embargo Act, der England und Frankreich friedlich zwingen soll, die Neutralität zu respektieren, ist ein außergewöhnlicher Misserfolg, der vor allem den amerikanischen Handel völlig lähmt.
4 James Madison Demokr.-
Rep.
Episkopaler  4. März 1809
 3. März 1817
6. George Clinton  
7. Elbridge Gerry
Louisiana wird als erster Bundesstaat aus den ehemaligen Louisiana-Territorien neu aufgenommen. Die jahrelangen Spannungen zwischen den USA und Großbritannien führen zum Britisch-Amerikanischen Krieg, wobei der Versuch der Amerikaner, in Kanada einzumarschieren und die englische Kolonie zu erobern, kläglich scheitert. Im Gegenteil gelingt den Briten die vorübergehende Besetzung Washingtons und sie brennen das Weiße Haus und das Kapitol nieder. Mit dem Frieden von Gent wird der „status quo ante bellum“ wiederhergestellt und Westflorida den Vereinigten Staaten zuerkannt. Als positives Ergebnis des Krieges stehen eine größere industrielle Unabhängigkeit und ein schnelleres Wirtschaftswachstum. Zum Ende der Amtszeit wird ein erstes Zollgesetz verabschiedet, das mit Schutzzöllen die heimische Wirtschaft stärken soll.
5 James Monroe Demokr.-
Rep.
Episkopaler  4. März 1817
 3. März 1825
8. Daniel D. Tompkins
9.
Monroe ist der letzte Präsident, der die amerikanische Revolution noch aus eigenem Erleben kennt und die Zeit der Präsidentschaft gilt als „Era of Good Feeling“. Der erste Seminolen-Krieg führt zu weiteren Gebietsgewinnen, jährlich abwechselnd treten ein Nordstaat und ein Südstaat dem Bund bei: Indiana, Mississippi, Illinois, Alabama, Maine und nachdem ein Kompromiss in Fragen der Sklavenhaltung gefunden wird, wird auch Missouri Bundesstaat. Die spanische Kolonie Florida wird erworben und die Monroe-Doktrin gibt den außenpolitischen Kurs Amerikas für die folgenden Jahrzehnte vor. Die Gründung des Bureau of Indian Affairs führt zu einer Abkehr von der bisherigen Indianerpolitik, nach der die Indianer bis dato als rechtmäßige Bewohner Amerikas anerkannt worden waren. Mit der Wirtschaftskrise von 1819 entwickelt sich die erste größere amerikanische Wirtschaftskrise, der die Regierung wenig entgegenzusetzen hat.
6 John Quincy Adams Demokr.-
Rep.
Unitarier  4. März 1825
 3. März 1829
10. John C. Calhoun
Weil bei der Präsidentschaftswahl keiner der Kandidaten die Mehrheit im Electoral College erhält, entscheidet das Repräsentantenhaus die Wahl des Präsidenten. John Q. Adams ist der erste Präsident, dessen Vater (John Adams) bereits dieses Amt bekleidete. Der Sohn liefert eine Politik ohne große Höhepunkte und die Amtszeit ist glück- und glanzlos. Einzig die Pläne für eine weitere transkontinentale Ausbreitung der Staaten mit Kanal- (Eriekanal und Illinois Waterway) und Eisenbahnprojekten (Baltimore and Ohio Railroad) bleiben als präsidiale Leistungen.
7 Andrew Jackson Demokr. Presbyterier  4. März 1829
 3. März 1837
11. John C. Calhoun  
12. Martin van Buren
Jackson gilt als der erste „Volkspräsident“, weil er zum einen aus schlichten Verhältnissen stammt und zum anderen seine Popularität bei den einfachen Wählern enorm ist. Bei seiner Amtseinführung ist er der erste Präsident, der das Spoils-System einführt, also die personelle Neubesetzung von Ämtern der Bundesbehörden betreibt. Der entstehende Abolitionismus führt zu ernsten Meinungsverschiedenheiten zwischen Nord- und Südstaaten, die sich auch in der Nullifikationskrise zeigen. Arkansas und Michigan treten als Bundesstaaten bei. Mit dem Indian Removal Act wird die gesetzliche Grundlage zur Zwangsumsiedlung der östlich des Mississippi lebenden Indianer geschaffen. Sein Veto gegen die Verlängerung der Charta der Zentralbank, vor allem aber seine Rede zur Begründung zählen zu den Höhepunkten amerikanisch-demokratischer Tradition.
8 Martin van Buren Demokr. Niederländisch-reformierte Kirche  4. März 1837
 3. März 1841
13. Richard Johnson
Martin van Buren ist – vor George H. W. Bush – der letzte Vizepräsident, der aus dieser Position heraus in das Amt des Präsidenten gewählt wird. Die Wirtschaftskrise von 1837 ist eine der schwersten in der Geschichte der USA und die Caroline/McLeod-Affäre führt zu einer erneuten bewaffneten Auseinandersetzung mit England. Auf dem Pfad der Tränen sterben bei einer Zwangsumsiedlung ca. 4.000 der 10.000 in die Reservation aufgebrochenen Indianer und weitere zwangsweise Umsiedlungen führen zum 2. Seminolenkrieg.
9 William H. Harrison Whig Episkopaler  4. März 1841
 4. April 1841
14. John Tyler
Harrison ist der erste US-Präsident, der während seiner Amtszeit verstirbt und durch den amtierenden Vizepräsidenten ersetzt wird. Mit einem Monat ist diese Präsidentschaft die kürzeste der US-Geschichte.
10 John Tyler Whig Episkopaler  4. April 1841
 3. März 1845
14. vakant  
Die Bedeutung dieser Präsidentschaft erschöpft sich im wesentlichen in dem Präzedenzfall der Amtsübernahme durch den Vizepräsidenten. Tyler stellt sich auf den Standpunkt, er habe nicht nur die Rechte und Pflichten eines Präsidenten übernommen, sondern er sei Präsident geworden. Die verfassungsrechtliche Grundlage für den tatsächlichen Übergang der Präsidentschaft ist erst 1965 durch den 25. Verfassungszusatz geschaffen worden.
11 James K. Polk Demokr. Presbyterier  4. März 1845
 3. März 1849
15. George M. Dallas
Die Annexion Texas, die den bislang flächenmäßig größten Staat dem Bund zuführt, verbunden mit dem Glauben an den „göttlichen Auftrag zur Expansion“ enden im Mexikanischen Krieg. Der Sieg über Mexiko manifestiert sich im Vertrag von Guadalupe Hidalgo mit der Landnahme des gesamten Südwestens. Der Oregon-Kompromiss mit Großbritannien legt die Grenze mit Kanada auf den 49. Breitengrad fest.
12 Zachary Taylor Whig Episkopaler  4. März 1849
 9. Juli 1850
16. Millard Fillmore
Die kurze Amtszeit ist, bis auf den Beginn des Goldrauschs im soeben gewonnenen Gebiet von Kalifornien, recht ereignislos. Taylor ist der zweite Präsident, der während der Amtszeit eines natürlichen Todes stirbt.
13 Millard Fillmore Whig Unitarier  9. Juli 1850
 3. März 1853
16. vakant  
Die Expedition von Matthew Perry zwingt Japan zu einer Öffnung des Landes und der Kompromiss von 1850 als friedlicher Ausgleich zwischen den Interessen der sklavenhaltenden Südstaaten und des freien Nordens verhindert vorerst die sich abzeichnende Sezession.
14 Franklin Pierce Demokr. Episkopaler  4. März 1853
 3. März 1857
17. William R. King
Der Kansas-Nebraska Act führt zwischen Gegnern und Anhängern der Sklaverei beinahe zum Bürgerkrieg. Neben dem erfolgreich verlaufenen Gadsden-Kauf, mit dem Teilgebiete von Arizona und New Mexico erworben werden und dem misslungenen Plan, Kuba zu kaufen oder gewaltsam zu erobern, ist die Amtsperiode vor allem durch persönliche Probleme gekennzeichnet.
15 James Buchanan Demokr. Presbyterier  4. März 1857
 3. März 1861
18. John C. Breckinridge
Die Präsidentschaft wird abwechselnd als unglücklich oder unfähig bezeichnet: Die Krise von 1857 schwächt die gesamte Weltwirtschaft, der Schweinekonflikt ist eine bewaffnete Auseinandersetzung mit den britischen Kolonien im Norden, nach dem Dred Scott-Urteil steht es jedem Bundesstaat frei, über die Sklaverei zu entscheiden und dies führt zur Sezession der ersten Südstaaten, wobei Buchanan wegen seiner politischen Ansichten und der bereits verlorenen Wiederwahl zum Nichtstun verurteilt ist. Buchanan war bislang der einzige unverheiratete Präsident.

Vom Bürgerkrieg bis zum Zweiten Weltkrieg (1861–1945) [Bearbeiten]

Nr. Präsident Partei Konfession Amtszeit Periode Vizepräsident
16 Abraham Lincoln Rep. keine Zugehörigkeit  4. März 1861
15. April 1865
19. Hannibal Hamlin
20. Andrew Johnson
Die Amtszeit ist durch den Bürgerkrieg mit den Konföderierten geprägt. Nach der Sezession von elf sklavenhaltenden Südstaaten führt Lincoln die Nordstaaten zum Sieg, setzt die Wiederherstellung der Union durch und betreibt die Sklavenbefreiung. Kurz nach Unterzeichnung der Kapitulation von Appomattox wird er von einem fanatischen Sympathisanten der Südstaaten, dem Schauspieler John Wilkes Booth, erschossen und ist damit der erste Präsident, der während seiner Amtszeit ermordet wird.
17 Andrew Johnson Demokr. keine Zugehörigkeit 15. April 1865
 3. März 1869
20. vakant  
Die Hauptaufgabe seiner Amtsperiode, der Wiederaufbau der Südstaaten und ihre Wiedereingliederung in die Union (Wiedereingliederung), wird erschwert durch das erste Amtsenthebungsverfahren der amerikanischen Geschichte, das jedoch nicht zu einer Entfernung aus dem Amt führt. Der von Johnson getätigte Ankauf von Alaska ist seinerzeit höchst umstritten.
18 Ulysses S. Grant Rep. Methodist  4. März 1869
 3. März 1877
21. Schuyler Colfax
22. Henry Wilson
Der ehemalige Oberbefehlshaber der Unionsarmeen hat für die Politik weit weniger Begabung als für das Militär und so bleibt diese Präsidentschaft zum einen wegen ihrer Korruptionsskandale (Whiskey Ring/ Jay Gould/ William W. Belknap) und zum anderen wegen der Gründung des ersten Nationalparks in Erinnerung. Eine von ihm angestrebte dritte Amtszeit verweigert ihm seine Partei mit Verweis auf das Vorbild George Washingtons.
19 Rutherford B. Hayes Rep. Methodist  4. März 1877
 3. März 1881
23. William A. Wheeler
Die Präsidentschaftswahlen sind von erheblichen Unregelmäßigkeiten gekennzeichnet. Der Sieg von Hayes wird erst von einer durch den Kongress eingesetzten Kommission festgestellt. In seine Amtszeit fällt der Beginn des Gilded Age
20 James A. Garfield Rep. Jünger Jesu  4. März 1881
19. September 1881
24. Chester A. Arthur
Garfield will die Erneuerung des korrumpierten Staates, was ihm jedoch zum Verhängnis wird. Nach der Aufdeckung von Schiebungen bei der Stellenvergabe im Postdienst wird er von einem enttäuschten Anwärter namens Charles Guiteau angeschossen und stirbt zweieinhalb Monate später an dieser Verletzung.
21 Chester A. Arthur Rep. Episkopaler 19. September 1881
 3. März 1885
24. vakant  
Reformen des öffentlichen Dienstes sollen die staatliche Korruption eindämmen – insgesamt ist dies jedoch eine politisch eher schwache Amtszeit.
22 Grover Cleveland Demokr. Presbyterier  4. März 1885
 3. März 1889
25. Thomas Hendricks
In seiner ersten Amtsperiode wird die Freiheitsstatue eingeweiht. Cleveland ist der einzige Präsident, der während seiner Präsidentschaft heiratet. Als er 1886, mit 49 Jahren, die 21-jährige Frances Folsom heiratet, kommt es in Washington zum Skandal.
23 Benjamin Harrison Rep. Presbyterier  4. März 1889
 3. März 1893
26. Levi Morton
Die Präsidentschaft gilt als schwach. Einzig das Massaker bei Wounded Knee, mit dem der letzte Widerstand der Indianer gebrochen wird, bleibt in nationaler Erinnerung. Harrison ist der einzige Präsident, der Enkel eines anderen Präsidenten ist. Sein Großvater William Henry Harrison war der 9. Präsident der USA.
24 Grover Cleveland Demokr. Presbyterier  4. März 1893
 3. März 1897
27. Adlai E. Stevenson
Cleveland ist der einzige Präsident, der nach einer Unterbrechung erneut in das Amt gewählt wird. In seine zweite Periode fällt die Weltausstellung in Chicago und, mit dem Pullman-Streik, der bis dato größte Arbeiterprotest der amerikanischen Geschichte.
25 William McKinley Rep. Methodist  4. März 1897
14. September 1901
28. Garret Hobart
29. Theodore Roosevelt
McKinley verfolgt eine extrem imperialistische Politik, die zur Annexion von Hawaii, dem spanisch-amerikanischen Krieg mit der Besetzung der spanischen Kolonien (Kuba, Puerto Rico und Philippinen) sowie zum philippinisch-amerikanischen Krieg führt. Innenpolitisch erhöhte er extrem die Schutzzölle und betrieb eine Politik, die auf der Laissez-faire-Theorie beruht. Ein halbes Jahr nach Beginn der zweiten Amtszeit wird er von Leon Czolgosz erschossen.
26 Theodore Roosevelt Rep. Niederländisch-reformierte Kirche 14. September 1901
 3. März 1909
29. vakant  
30. Charles W. Fairbanks
Innen- und außenpolitisch ist der Präsident um den Ausgleich verschiedenster Interessen bemüht: Er setzt sich für die Machtbeschränkung der Kartelle ein, empfängt mit Booker Washington offiziell den ersten Afroamerikaner im Weißen Haus und gründet zum Schutz der Natur eine Reihe von Nationalparks. Obwohl seine Interpretation der Monroe-Doktrin größere Interventionsrechte für die USA einfordert, die sich auch im Bau des Panamakanals zeigen, erhält er als erster Präsident den Friedensnobelpreis für seine Vermittlung im russisch-japanischen Krieg.
27 William H. Taft Rep. Unitarier  4. März 1909
 3. März 1913
31. James S. Sherman
Taft bemühte sich, die von seinem Vorgänger eingeleiteten Reformen zu konsolidieren. Dabei gerät er in einen innerparteilichen Konflikt zwischen verschiedensten Interessensgemeinschaften. Außenpolitisch setzt er den Kurs der Dollar-Diplomatie fort. Als einziger Präsident wurde er später Oberster Richter (Chief Justice) der USA.
28 Woodrow Wilson Demokr.