Nordinsel
Neuseeland ist
das bestgehütete Geheimnis der Welt;
hier gibt es sechs der sieben
verschiedenen Klimazonen der Erde, eine
Vielzahl von unvergleichlichen goldenen
Sandstränden, geschützte
Meeresreservate, die man unter oder über
Wasser erkunden kann, aktive aber
sichere Vulkangebiete, herrliche Schnee
bedeckte Alpen zum Skifahren und
Bergwandern, prähistorische Wälder und
eine einzigartige Flora und Fauna. Und
all das auf engstem Raum, ohne dass man
tausende von Kilometern reisen muss.
Neuseeland genießt den Ruf als eines der
sichersten Reiseziele der Welt: hier
gibt es keinerlei giftige Tiere, und die
Kriminalitätsrate ist extrem niedrig.
Stress kennt hier nur der
abenteuerlustige Tourist, der diesen ja
freiwillig auf sich nimmt, z.B. beim
Bungee-Jumping, Fallschirmspringen,
Wildwasser-Rafting etc. Hier kann man
meilenweit laufen, ohne einer
Menschenseele zu begegnen, doch die
vielleicht größte Attraktion des Landes
sind die herzlichen und gastfreundlichen
Neuseeländer. Für weitere und genauere
Informationen sollte man sich an eines
der örtlichen VICs (Visitor
Information Centres) (Internet:
www.tourism.net.nz) wenden, die sich
in ganz Neuseeland befinden.
AUCKLAND
(Internet:
www.aucklandnz.com): Mit
einer Bevölkerung von über 1,5 Millionen
ist Auckland das größte
besiedelte Gebiet Neuseelands und
erstreckt sich bis in die sanften Hügel
der Umgebung. Trotz der Ausbreitung der
Stadt ist die Umgebung jedoch
außergewöhnlich attraktiv, im Osten
findet man hübsche Häfen und Strände,
und im Westen liegen die zerklüfteten
Waitakere Ranges, unberührte
Surfstrände und üppige Weinberge.
Mount Eden ist ein guter
Aussichtpunk. In der Parnell- und
in der Ponsonby Road gibt es gute
Restaurants. Ausgezeichnete Geschäfte,
das schöne Universitätsgelände,
sehenswerte Vororte wie Takapuna
und der lebendige Hafen machen den Reiz
dieser Geschäftsstadt aus. Am Otara
Square findet samstags ein Markt der
Maori und Polynesier statt. Die
Parkanlagen Auckland Domain und
Auckland Wintergardens sind
ebenfalls einen Besuch wert. Das als
„Stadt der Segel“ bekannte Auckland
zählt mehr Boote pro Einwohner als
irgendeine andere Stadt auf der Welt,
und sein Ruf als Seglermekka wird durch
seine Dominanz im America’s Cup
noch verstärkt. In Auckland befindet
sich auch der bekannte Sky Tower,
ein Casino mit einer prunkvollen,
kreisförmigen Glasgalerie, von der man
eine unvergleichliche Sicht auf die
Stadt, die Strände und Berge sowie die
Küste und das Meer hat. Wer besonders
wagemutig ist, kann sich an der Seite
des Gebäudes über 100 m nach unten
abseilen! Auf keinen Fall sollte man
sich einen Ausflug zu wenigstens einer
der traumhaften goldenen Sandinseln im
Golf von Hauraki entgehen lassen,
die mit der Fähre von Waitamata
Harbour aus erreichen kann. Der
Großteil der Stadt ist leicht zu Fuß zu
erkunden, doch die Vororte Parnell,
Ponsonby, Devonport und
Herne Bay sind auch leicht mit
öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit
dem Taxi zu erreichen.
NORTHLAND:
Die Strände von Northland, der
schmalen Halbinsel vor Auckland, die
sich auf 350 km erstreckt und den
Pazifik von der Tasmanischen See trennt,
sind besonders bei Schwimmern und
Sonnenanbetern beliebt. Im ganzen Land
gibt es kleine, abgeschiedene Buchten,
die Ruhe und Entspannung bieten.
Das vielleicht bekannteste Gebiet ist
die aus 144 Inseln bestehende Bay of
Islands, die besonders zum Tauchen,
Angeln und Segeln hervorragend geeignet
ist. An der Westküste findet man
weitläufige Strände mit schwarzem Sand,
an denen man wegen der hohen Brandung
nicht schwimmen sollte. Im Landesinneren
liegt der Northland Forest Park,
in dem man einige der ältesten Bäume der
Welt findet, z.B. die berühmten Kauri,
die oft hunderte von Jahren alt sind.
Dieses Gebiet ist auch sehr beliebt für
Wanderungen. Das die Doubtless Bay
überblickende Cape Karikari,
das als Drehort für Filme wie From
Here to Eternity und Das Piano
diente, ist ein von steilen Klippen
und schroffen Felsen umgebener
weitläufiger Strand mit dunklem Sand.
Vom Cape Reinga hat man eine
atemberaubende Sicht auf den Pazifik und
die Tasmanische See sowie den schmalen
Ninety-mile Beach, der sich
entlang der Westküste bis nach Auckland
erstreckt.
Viele der natürlichen Attraktionen von
Northland kann man auf der Twin Coast
Discovery Route erkunden, die
entlang der Küste von und wieder zurück
nach Auckland über die Bay of Islands
führt.
DER PACIFIC
COAST HIGHWAY: Diese spektakuläre
Küstenstraße verläuft parallel zu den
kleinen Buchten und Stränden der
Coromandel-Halbinsel und der
ausschweifenden Buchten der Ostküste.
Die Reise beginnt mit der Fähre von
Auckland nach Coromandel, wo sich
die Straße entlang der winzigen,
sonnenbeschienenen Buchten der
Halbinseln windet und sich dann entlang
des Hot Water Beach bis nach
Tauranga erstreckt.
Die Vulkanhügel der Halbinsel bieten
üppigen Regenwald, und im Coromandel
Forest Park Reserve findet man
zahlreiche riesige Kauri-Bäume,
die für ihre langen, geraden Stämme
berühmt sind.
Ein beliebtes Ziel in der Bay of
Plenty ist Tauranga, das alle
erdenklichen touristischen
Einrichtungen, alle Arten von Unterkunft
und einige ausgezeichnete Restaurants
bietet. Das Klima hier ist sehr mild,
und die Sandstrände ziehen viele
Touristen an, während man im
Landesinneren üppige Zitrusfrucht- und
Kiwiplantagen findet.
In der Poverty Bay befindet sich
die Stadt Gisborne, und daneben
die Hawke’s Bay, eine
international berühmte Weingegend. Etwa
70 Winzereien (von großen, kommerziellen
Anwesen bis hin zu kleinen
Familienbetrieben) laden zur Weinprobe
ein. Diese Region ist besonders für ihre
Rotweine bekannt, und besonders für
Pinot Noir. Der Grund für die
hervorragende Qualität der Weine ist die
hohe Anzahl von jährlichen
Sonnenstunden, die auch für zahlreiche
Besucher der Städte Napier und
Hastings sorgen. Napier wurde 1931
nach einem Erdbeben zerstört und im
Art-Deco-Stil jener Zeit
wiederaufgebaut.
Im Landesinneren, zwischen der Hawke’s
Bay und der Bay of Plenty befindet sich
der von der UNESCO als Weltnaturerbe
ausgezeichnete Te Urewera National
Park, der größte native Wald der
Nordinsel und Heimat des zauberhaften,
585 m über dem Meeresspiegel liegenden
Waikaremoana-Sees.
DAS
LANDESINNERE: Das Innere der
Nordinsel wird vor allem von der
geothermischen Stadt Rotorua, dem
malerischen Taupo-See und dem als
UNESCO-Weltnaturerbe klassifizierten
Tongariro National Park beherrscht.
Der Park ist ein spektakuläres
Berggebiet mit drei Gipfeln, dem
Tongaririo, Ngauruhoe und dem
2797 m hohen Mount Ruapehu, einem
aktiven Vulkan und ein großes Skigebiet.
Der friedliche, von Gletscherflüssen
gefüllte Taupo-See dagegen bietet
weniger abenteuerlustigen Besuchern
Möglichkeiten zum Forellenfischen.
Rotorua ist ein guter Ausgangspunkt, um
die Geysire und das größte thermische
Gebiet der Nordinsel zu erkungen. Die
Stadt mit ihren zahlreichen
Einrichtungen für Touristen ist sehr
lebhaft, und ständig liegt der
Schwefelgeruch der umliegenden
Schlammquellen in der Luft. Außerdem ist
Rotorua ein bedeutendes Zentrum für die
Kultur der Maori – hier findet man ein
Kunstzentrum, wo junge Maori die
traditionelle Kunst der Knochen- und
Holzschnitzerei erlernen. Man kann auch
ein Marae (ein
Maori-Versammlungsort, der normalerweise
nicht für pakeha, Fremde,
zugänglich ist) besuchen und sich
haka, traditionelle Lieder anhören,
oder ein hangi (ein köstliches,
in der Erde zubereitetes Festmahl)
genießen.
DER WESTEN:
Auch diese Region wird von der
Maori-Kultur und -Geschichte beherrscht
und bietet zusammen mit Northland eine
hervorragende Gelegenheit, authentische
Andenken zu erwerben. Hier findet man
stimmungsvolle Landschaft, Strände mit
dunklem Sand, üppige Felder, natürliche
Kalksteinarchitektur, Nationalparks und
einen eindrucksvollen erloschenen
Vulkan, den Mount Taranaki. Einer
der magischsten Orte sind vielleicht die
berühmten Kalksteinhöhlen von Waitamo
mit ihren Grotten voller
Glühwürmchen. Die Höhlen können mit dem
Boot erkundet werden, man kann sich aber
auch einen Nassanzug anziehen und sich
auf einem Autoreifen hineinwagen, eine
Aktivität, die „Cave Rafting“ genannt
wird.
Wanganui an der Westküste der
Nordinsel befindet sich an der Mündung
des Whanganui River, Neuseelands
längstem navigierbaren Wasserweg. Man
kann den Fluss mit dem Jetboat oder
Dampfer entlangfahren, oder sich in ein
Kanu oder Kayak wagen. Der von der
UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnete
Whanganui National Park besteht
vorwiegend aus unberührter
Buschlandschaft, in der man die Reste
der „Bridge to Nowhere“ findet, ein
Überbleibsel des fehlgeschlagenen
Versuches, in dieser herrlichen Wildnis
eine Siedlung zu gründen.
Der Egmont National Park ist
ebenfalls ein UNESCO-Weltnaturerbe und
bietet selbst weniger abenteuerlustigen
Besuchern eine hervorragende wenn auch
etwas anstrengende Gelegenheit, einen
Berg (den Taranaki) zu erklimmen
(acht Stunden Auf- und Abstieg). Der
erloschene Vulkan Taranaki im
Zentrum des Nationalparks steht
majestätisch inmitten üppig grüner
Felder, auf denen Kühe grasen. Die Stadt
New Plymouth (Bevölkerung:
50.000) ist für ihre Parks und Gärten
bekannt, und vor allem für die
farbenfrohen Rhododendren und Azaleen im
Frühling.
WELLINGTON:
Im Süden der Nordinsel liegt die
Hauptstadt Neuseelands, Wellington,
eine kompakte Metropole mit einem
lebhaften Kern. Die Stadt ist ein
Zentrum für Kultur, Kunst, Restaurants,
Theater, Mode und Nachtleben, und die
zahlreichen Geschäfte und Fußgängerzonen
laden zum Stadtbummel ein. Viele Hotels
und Restaurants bieten eine einmalige
Aussicht auf die Südinsel. Eine Seilbahn
führt auf den 160 m hohen Kelburn
Hill, der einen herrlichen Ausblick
bietet. Der Botanische Garten,
das National Museum (Maori-Kunst)
und das Parlamentsgebäude sind weitere
Sehenswürdigkeiten. Alle zwei Jahre
findet in Wellington das New Zealand
International Festival of the Arts
statt, das größte kulturelle Fest des
Landes, das aus Straßentheater,
Komödien, Musik- und Filmfesten besteht.
Im spektakulären Te Papa Museum
an der Uferpromenade kann man kulturelle
und historische Ausstellungen sowie ein
Unterhaltungsprogramm erleben, darunter
ein virtueller Bungee-Jump.
Wellington besitzt einen der schönsten
Häfen der Welt und ist ein idealer
Ausgangspunkt für Ausflüge zu den
kleineren Inseln sowie der Abfahrtshafen
für Fähren zur Südinsel durch die
Cook-Straße.
Ausflüge: Beliebte Ausflugsziele
von Wellington aus sind die Weinregion
Wairarapa, Cape Palliser
(an dessen wilder Küste eine große
Seehundkolonie lebt) und Kapiti
Island, wo sich ein raubvogelfreies
Vogelreservat befindet, in dem man
einheimische Vögel wie z.B. den weka
und den tui aus nächster Nähe
beobachten kann.
Südinsel
DIE
MARLBOROUGH SOUNDS: Im Norden der
Südinsel befinden sich die geschützten
Buchten und üppig grünen Felder der so
genannten Marlborough Sounds, die
vor allem bei Kayakfahrern, Seglern und
Anglern sehr beliebt sind. Die Provinz
ist auch für ihre Weine berühmt,
darunter weltbekannte Namen wie
Cloudy Bay, Montana, Hunters,
Fromm, Le Brun und Highfield.
Die besten Weine dieser Region sind
frische Weißweine wie Chardonnay
und Sauvignon Blanc. Das
nahegelegene Nelson ist eine
sonnige und lebhafte Kleinstadt an der
Küste, hier findet man hübsche Gärten,
herrliche Strände und eine wachsende
Künstlerkolonie. Dieses interessante
Zentrum für Kunst und Kultur ist auch
ein sehr guter Ausgangspunkt für
Ausflüge in die drei Nationalparks in
der Umgebung. Der Abel Tasman
National Park, ein
UNESCO-Weltnaturerbe, bietet eine
felszerklüftete Küste, lange goldene
Strände, kristallklares Wasser, eine
Seehundkolonie, zahlreiche Vogelarten
und einen herrlichen Küstenwanderweg,
den Abel Tasman Track (eine Tour
von drei bis vier Tagen). Im Nelson
Lakes National Park, ebenfalls ein
UNESCO-Weltnaturerbe, kann man im Winter
Ski fahren und snowboarden und im Sommer
angeln oder wandern.
Ein weiteres UNESCO-Weltnaturerbe ist
der Kahurangi National Park, wo
man eine große Auswahl an malerischen
Wanderwegen hat und die atemberaubende
Landschaft aus Bergen und Karstebenen
bis hin zu Stränden aus schwarzem Sand
an der Westküste bewundern kann. Der
bekannteste Weg ist der anspruchsvolle
Heaphy Track (Tour von vier
Tagen).
Die Kaikoura-Küste weiter im
Süden ist ein weltbekanntes
Naturschutzgebiet an einem tiefen, von
interessanten Meereslebewesen bewohnten
Wassergraben. Hier kann man verschiedene
Arten von Walen beobachten und mit
Delphinen schwimmen.
CHRISTCHURCH:
Im Süden, am Rande der weiten
Canterbury Plains, liegt das als
„Garden City“ bekannte Christchurch,
die größte Stadt der Südinsel. Der von
Bäumen gesäumte Fluss Avon
schlängelt sich durchs Zentrum der
Stadt, die mit ihren alten
Universitätsgebäuden (heute ein
hervorragendes Kulturzentrum) und
zahlreichen Beispielen neogotischer
Architektur an eine alte englische
Universitätsstadt erinnert. Am
Hauptplatz der Stadt befindet sich die
Kathedrale, ein nützlicher
Orientierungspunkt für Touristen, die
die Stadt entweder zu Fuß oder mit der
bezaubernden alten Straßenbahn erkunden
können. Etwas 500 m vom Hauptplatz
entfernt liegt der ausgedehnte Hagley
Park, an dessen Grenze sich das
Old Canterbury University/Arts Centre,
das Canterbury Museum, die
Robert McDougall Art Gallery, die
Botanical Gardens und das
Christ’s College befinden. Nur einen
kurzen Spaziergang weiter befindet sich
die St. Michael and All Angels Church,
ein ungewöhnlich schönes neogotisches
Gebäude aus Holz, das eine Mischung aus
französischem und englischem Stil sowie
Maori- und katholischen Elementen
darstellt.
Die nahegelegene Banks-Halbinsel
ist ein gutes Ausflugsziel und stellt
einen hügeligen Gegensatz zur eintönigen
Ebene der Stadt dar; Attraktionen sind
eine Gondel, Strände, Bootsfahrten,
Hektordelphine (die es nur in Neuseeland
gibt) und eine Vielzahl von Wanderwegen.
Außerdem kann man eine Fahrt im
Heißluftballon unternehmen und auf diese
Weise die Sicht nach Westen auf die
ausgedehnten Ebenen und die Südalpen,
nach Norden hin bis zu den Kaikoura
Ranges und der Cook-Straße
und nach Süden entlang der Ostküste bis
hin zur historischen Stadt Oamaru
genießen.
SÜDALPEN
(NEUSEELÄNDISCHE ALPEN): Von
Christchurch führt eine Eisenbahnlinie
den Arthur’s Pass hinauf in die
Südalpen und an der anderen Seite bis
hinunter zur Westküste. Diese
atemberaubend schöne Strecke kann man
innerhalb eines Tages (hin und zurück)
mit dem Tranz Alpine Express
erleben. Das winzige Dörfchen
Arthur’s Pass ist eine gute Basis
für Klettertouren, Canyoning und
Wanderungen zum nahe gelenenen
Arthur’s Pass National Park, einem
UNESCO-Weltnaturerbe. Die Alpen selbst,
die man von der Ostküste über fünf
Hauptstraßen erreichen kann, bilden das
Rückgrat der Südinsel. Sie sind höher
als ihre Namensvetter in Europa, und in
der spektakulären Landschaft der Schnee
bedeckten Gipfel und Gletscher findet
man eine einzigartige Flora und Fauna.
Der eindrucksvollste Gipfel ist der wie
ein einfallendes Zelt geformte Mount
Cook (3754 m), der auch unter dem
Maori-Namen Aoraki (der die
Wolken ansticht) bekannt ist. Auch der
Mount Cook National Park ist ein
UNESCO-Weltnaturerbe; hier befinden sich
mehr als 20 Berge, die über 3000 m hoch
sind. An einer Seite des Mount Cook
liegt der Tasman Glacier, einer
der längsten Gletscher außerhalb des
Himalaya. Alle Arten von Skifahren
und Snowboarden sind in den Alpen
möglich, wie z.B. Heli-Skiing, es gibt
zahlreiche einsame Hänge, und um den
Mount Cook herum kann man allein oder
mit Führer ein- bis fünftägige Touren
unternehmen.
WESTKÜSTE:
Am Fuße der Westhänge der Alpen liegt
eines der unberührtesten Naturgebiete
Neuseelands. An der kaum besiedelten
Westküste regnet es etwa vier Meter pro
Jahr, und die atemberaubende Berg-,
Urwald- und Seenlandschaft ist Heimat
der Gletscher Franz Josef und
Fox. Man kann an geführten „Ice
Walks“ über die Gletscher teilnehmen
oder die unzähligen Wanderwege, die sich
in die Wälder, entlang der Flusstäler
und Schluchten bis zu den Hängen der
Alpen winden, nutzen. Die kleinen Städte
Hokitika und Greymouth
sind einen Besuch wert, hier kann man
geschnitzten Greenstone, der von
den Maori pounamu genannt wird,
erwerben. Dieser schöne jadeartige
Stein, der für Dekoration oder zur
Waffenherstellung benutzt wird, wird in
traditioneller Form geschnitzt (jede
Form hat eine andere Bedeutung und
Geschichte) ist das perfekte Andenken an
eine Reise ins „Land of the Long White
Cloud“.
FJORDLAND:
Im Südwesten der Südinsel liegt
Fjordland, ein UNESCO-Weltnaturerbe,
in dem es dutzende von Wanderwegen
entlang zahlreicher Seen, Berge,
Urwälder und einer herrlichen Küste zu
erkunden gibt. Das am Wakapitu-See
am Fuße der Remarkables Range
gelegene Queenstown ist als
Neuseelands „Abenteuer-Hauptstadt“
bekannt, hier kann man Bungee-Jumping,
Paragliding, Fallschirmspringen und
Jet-Boating in engen Schluchten
betreiben. Außerdem führen von
Glenorchy mehrere erstklassige
Wanderwege entlang des Sees, darunter
der Routeburn, Caples und
Greenstone Track (Touren von vier
bis fünf Tagen). Nur ca. 100 km entfernt
liegt Te Anau am Ufer des
herrlichen Manapouri-Sees, wo man
ein- bis sechstägige Wanderungen in den
Busch, und entlang der Fjorde, Berge und
Wälder unternehmen kann. Der bekannteste
Wanderweg ist der Milford Walking
Track (Tour von vier bis fünf
Tagen). Von Te Anau führt eine
wunderschöne Straße nördlich zum
Milford Sound, der eigentlich ein
Fjord ist. Touristenboote fahren entlang
des engen, von einem Gletscher
ausgehöhlten Fjordes aufs offene Meer,
wo man Fjordland-Pinguine, Robben und
gelegentlich auch Wale und Delphine
beobachten kann, die hier nach Nahrung
suchen. In einem Fjord liegt eine
Schicht Süßwasser aus den Bergen über
dem Salzwasser des Meeres, und so
entsteht ein Miniökosystem, das zu einer
Anhäufung von Meereslebewesen führt. Wer
nach einer noch einsameren
Wildniserfahrung sucht, kann an einer
Kayak- oder Bootsexpedition zum
angrenzenden Doubtful Sound
teilnehmen.
SOUTHLAND:
Die grüne und fruchtbare Provinz
Southland ganz im Süden der Südinsel
ist die Heimat der Städte
Invercargill und Dunedin
(gälisch für Edinburgh), die beide
schottische Wurzeln und ein ausgeprägt
gälisches Flair haben. In Dunedin
spiegelt sich dies am deutlichsten an
deren Straßen wider, die nach denen in
Edinburgh benannt sind, und natürlich an
der Wilson’s Whisky Distillery
(der südlichsten Weinbrennerei der Welt)
und den Brauereien Speights und
Emmerson’s. Hier befindet sich
auch die Otago-Peninsula, eine
fantastische natürliche Halbinsel, die
in den Pazifik ragt, und auf der man die
seltenen gelbäugigen Pinguine beobachten
kann, die von den Maori hoihoi,
Krachmacher, genannt werden, sowie den
riesigen und doch eleganten
Königsalbatros und zahlreiche
Pelzrobben.
Die Sub-Antarctic Audio Visual and
Gallery in Invercargill ist ein
einzigartiges Museum, das u.a. eine
Reihe von lebendigen tuatara,
Neuseelands äußerst seltener
prähistorischer Eidechse, beherbergt.
Auch das nahegelegene Bluff, die
Heimat der berühmten „Bluff oysters“
sollte man unbedingt besuchen. Zwischen
Invercargill und Dunedin liegt der
Catlins Forest Park, in dem man
unberührte Strände, Hektordelphine und
die einzige Kolonie von Hooker-Seelöwen
auf der Südinsel sehen kann.
STEWART-INSEL:
Jenseits der Foveaux-Straße
liegt Neuseelands drittgrößte Insel, die
nur wenige Einwohner zählt und mit dem
Flugzeug (20 Minuten), mit dem
Hubschrauber oder mit dem Motorkatamaran
von Bluff aus erreichbar ist. Die Insel
bietet mehrere Attraktionen, darunter
die seltene Gelegenheit, einen kiwi
(Neuseelands Wappenvogel) in freier
Wildbahn zu sehen. Die Vögel kommen
abends an den Mason’s Beach, den
man per Flugzeug oder mit dem Wassertaxi
zum Patterson’s Inlet, gefolgt
von einem vierstündigen Spaziergang,
erreicht.