Der Sitz der UNESCO in Paris
Der Sitz der UNESCO in Paris; September 7, 2005; Flickr user Matthias Ripp, Bamberg, Germany
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Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (engl. United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, UNESCO) ist eine Internationale Organisation und gleichzeitig eine der 16 rechtlich selbständigen Sonderorganisationen der Vereinten Nationen. Sie hat ihren Sitz in Paris (Frankreich). Derzeit sind 193 Staaten in der UNESCO vertreten.

Aufgaben

Zu den Aufgabengebieten der UNESCO gehört die Förderung von Erziehung, Wissenschaft und Kultur sowie Kommunikation und Information. Ihr Gründungsvertrag wurde am 16. November 1945 von 37 Staaten in London unterzeichnet und trat am 4. November 1946 nach der Ratifikation durch 20 Staaten in Kraft. Erster Generaldirektor war Julian Huxley.

Aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges zogen die Gründungsstaaten die folgende Lehre:

„Ein ausschließlich auf politischen und wirtschaftlichen Abmachungen von Regierungen beruhender Friede kann die einmütige, dauernde und aufrichtige Zustimmung der Völker der Welt nicht finden. Friede muss – wenn er nicht scheitern soll – in der geistigen und moralischen Solidarität der Menschheit verankert werden.“

Weiter aus der Präambel der Verfassung der UNESCO:

„Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.“

Erziehung

Im Bereich der Erziehung setzt sich die UNESCO vor allem für eine Grundbildung für jedermann ein. Auch die Gesundheitserziehung zur Drogen- und Aids-Prävention sowie der Wiederaufbau des Bildungswesens in Katastrophen- und Krisengebieten gehören zum Wirkungsfeld. Außerdem auch für eine demokratische Erziehung auf Basis der Menschenrechte.

Außerdem entwickelte die UNESCO mit der ISCED (International Standard Classification of Education) eine Klassifikation zur Charakterisierung von Schulsystemen.

Zum Aufgabenbereich der UNESCO gehören zudem das UNESCO-Schulprojekt und die UNESCO-Lehrstühle.

Wissenschaften [Bearbeiten]

Im wissenschaftlichen Bereich fördert die Organisation vorrangig die zwischenstaatliche Zusammenarbeit in der Ozeanographie, Hydrologie, Geologie und Umweltwissenschaft mit dem Hauptziel des Erhalts der biologischen Arten und der Trinkwasserressourcen. Aber nicht nur die Wissenschaften selbst sind wichtige Themen, sondern auch die Folgen des wissenschaftlichen Fortschritts, z. B bioethische Fragen des Fortschritts der Lebenswissenschaften.

Kultur

Das World Heritage Committee der UNESCO verwaltet das Welterbe der Menschheit.

Zwei der vielen weiteren Prioritäten der UNESCO sind die Erarbeitung eines Übereinkommens zum Schutz und zur Förderung der kulturellen Vielfalt sowie die Steuerung und die Koordination der Weltdekade der Vereinten Nationen Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005–2014).

Das Programm „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ schützt Sprachen, mündliche Literaturformen wie Mythen, Epen und Erzählungen, auch Musik, Tanz, Spiele, Bräuche, handwerkliche Fähigkeiten und andere Künste. Im Oktober 2003 hat die UNESCO die Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes verabschiedet; der Vertrag ist am 20. April 2006 in Kraft getreten.

1982 wurde bei der UNESCO-Weltkulturkonferenz Mondiacult in Mexiko ein so genannter „erweiterter Kulturbegriff“ festgeschrieben. Die 126 Teilnehmer-Staaten nahmen damit eine konzeptionelle Entwicklung zur Kenntnis; im Grunde ging es darum, den elitären, bildungsbürgerlichen Kulturbegriff abzulösen.

Medienpolitik

Im Bereich „Kommunikation und Information“ setzt sich die UNESCO mit den Problemen der Informationsgesellschaft auseinander. Sie engagiert sich für die Pressefreiheit und den Informationszugang, indem sie unter anderem in Entwicklungsländern Medienkompetenz vermittelt, Journalisten ausbildet und Radiostationen bzw. Nachrichtenagenturen aufbaut.

Die UNESCO betreibt unter dem Kürzel EOLSS eine große wissenschaftliche Online-Enzyklopädie.

 

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