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Der United States
Dollar
(USD, Symbol: $) ist die nationale
Währung der
Vereinigten Staaten. Ein Dollar wird in 100
Cent unterteilt (Symbol: ¢). Er wurde auch von einigen anderen
Staaten als Währung eingeführt, so auf den
Britischen Jungferninseln, in
Ecuador, in
Mikronesien sowie auf
Palau
und in
Osttimor. Umgangssprachlich wird er aufgrund seiner Farbe als
Greenback oder auch als Buck bezeichnet. Der Dollar ist
frei konvertierbar. Die
Banknoten werden vom
Bureau of Engraving and Printing gedruckt. Die
Münzprägung besorgt die
United States Mint.
Deckung
Ursprünglich existierten Golddollars als
Kurantmünzen im Rahmen der offiziellen
Goldstandardwährung seit dem „Currency Act“ im Jahre 1900.
Vorher geprägte Golddollars hatten einen abweichenden Kurs zum
Silberdollar zur vormalig geltenden
Silberstandardwährung. Ab 1900 waren dann alle geprägten
Silberdollars und deren Teilstücke bis zum 1-Cent-Stück
Scheidemünzen. Die 10-Dollar-Goldmünze wurde meist als
Eagle (Adler) wegen ihres Adler-Motivs bezeichnet. Es gab auch
Quarter-, Half- und Double-Eagle-Golddollarmünzen und vor 1900 sogar
zeitweilig auch 1- und 3-Golddollarmünzen.
Von 1933 an war der US-Dollar nur noch im kommerziellen
zwischenstaatlichen Handel durch
Gold gedeckt. Ab 9. März 1933 war der private Goldbesitz (mit
wenigen Ausnahmen) über 100$ in Gold durch eine sogenannte „Executive
Order of the President of The United States 6102 (von
Franklin Roosevelt)“ verboten und damit die Einlösbarkeit
nichtgoldener Zahlungsmittel in Währungsgoldmünzen für Private
endgültig aufgehoben worden. Sämtliche
„Eagle-Goldmünzen“ wurden daraufhin eingezogen bzw.
beschlagnahmt. Dieses 1933 erlassene private Goldbesitzverbot, was
sich auch auf private Goldbarren bezog, wurde erst wieder 1976
aufgehoben. Die mit der Jahreszahl 1933 noch geprägten „Double-Eagle“
(= 20 Gold-$) wurden nicht mehr ausgegeben. Einige wenige Exemplare
wurden nicht eingeschmolzen (angeblich 10 Stück), wovon ein Exemplar
auf einer Auktion am 30. Juli 2002 im Auktionshaus
Sotheby's and Stack's in New York den Rekordpreis von
insgesamt 7,6 Mio. US-Dollar erzielt hatte, was den wohl bisher
höchsten Sammlerpreis für eine Münze darstellt.
Alle später wieder neu geprägten Gold-Dollars sind reine Sammler-
und Anlegermünzen, deren Verkaufspreis wesentlich höher als der
aufgeprägte Nennwert ist, siehe
Bullionmünze. Die Vereinigten Staaten garantierten fortan ab
1933 nur noch im kommerziellen zwischenstaalichen Handel, jederzeit
35 US-Dollar gegen eine
Unze
Feingold einzutauschen. Diese Garantie wurde 1944 durch das
Abkommen von Bretton-Woods erneuert. Am 17. März 1969 hoben
sieben Notenbanken Europas nach einer Blitzkonferenz mit den
Vereinigten Staaten diese Garantie auf und tauschten keine
Papier-US-Dollars mehr in Gold, entgegen dem Wortlaut auf der
Geldnote der
Golddollar. Bereits 1960 überstiegen die US-Dollar-Vorräte in
Europa und Japan die amerikanischen Goldreserven. Am 15. August 1971
wurde schließlich gemeldet, die
Nixon-Regierung habe außergewöhnliche Maßnahmen ergriffen, um
die amerikanische Wirtschaft zu „schützen“, indem der Präsident
einseitig die Möglichkeit aufhob, den Dollar in Gold umzutauschen.
Danach verlor der Dollar am Gold gemessen innerhalb von drei Jahren
so stark an Wert, bis er nur noch ein Fünftel seines ursprünglichen
Wertes in Gold wert war. Heute ist er wie alle anderen
Papierwährungen eine ungedeckte und somit nur auf Vertrauen
basierende
Währung (Fiat
money). Den bisherigen historischen Tiefststand erreichte der
US-Dollar am 18. März 2008 mit einem
Euro-Kurs
von 1,5771 Dollar. Der historische Höchststand des US-Dollars, seit
Einführung des
Euro,
wurde am 26. Oktober 2000 mit 0,8252 Dollar verbucht. Am 14. März
2008 erreichte der US-Dollar die historische Parität zum
Schweizer Franken.
Internationale Bedeutung
Spätestens seit dem Ende des
Zweiten Weltkrieg gilt der US-Dollar als weltweite
Leitwährung. Er ist als Transaktions- und Reservemedium die
weltweit gebräuchlichste Währung. In einigen Staaten der Welt ist
der US-Dollar inoffizielle Zweit- oder Nebenwährung. In vielen
anderen Staaten kann man in Geschäften oder
Hotels
mit US-Dollar bezahlen, ohne in die Landeswährung umwechseln zu
müssen. Die hohe Bedeutung des US-Dollars dürfte auch daher rühren,
dass viele Rohstoffe am Weltmarkt, insbesondere
Erdöl,
in dieser Währung gehandelt werden (siehe auch
Petrodollar).
Rolle als Reservewährung
International gebräuchliche
Reservewährungen
| Währung |
1995 |
1996 |
1997 |
1998 |
1999 |
2000 |
2001 |
2002 |
2003 |
2004 |
2005 |
2006 |
2007 (III) |
| US-Dollar |
59,0 % |
62,1 % |
65,2 % |
69,3 % |
70,9 % |
70,5 % |
70,7 % |
66,5 % |
65,8 % |
65,9 % |
66,4 % |
65,7 % |
63,7% |
|
Euro |
– |
– |
– |
– |
17,9 % |
18,8 % |
19,8 % |
24,2 % |
25,3 % |
24,9 % |
24,3 % |
25,2 % |
26,4% |
|
Deutsche Mark |
15,8 % |
14,7 % |
14,5 % |
13,8 % |
– |
– |
– |
– |
– |
– |
– |
– |
– |
|
Pfund Sterling |
2,1 % |
2,7 % |
2,6 % |
2,7 % |
2,9 % |
2,8 % |
2,7 % |
2,9 % |
2,6 % |
3,3 % |
3,6 % |
4,2 % |
4,8 % |
|
Yen |
6,8 % |
6,7 % |
5,8 % |
6,2 % |
6,4 % |
6,3 % |
5,2 % |
4,5 % |
4,1 % |
3,9 % |
3,7 % |
3,2 % |
2,7 % |
|
Französischer Franc |
2,4 % |
1,8 % |
1,4 % |
1,6 % |
– |
– |
– |
– |
– |
– |
– |
– |
– |
|
Schweizer Franken |
0,3 % |
0,2 % |
0,4 % |
0,3 % |
0,2 % |
0,3 % |
0,3 % |
0,4 % |
0,2 % |
0,2 % |
0,1 % |
0,2 % |
0,2 % |
| Sonstige |
13,6 % |
11,7 % |
10,2 % |
6,1 % |
1,6 % |
1,4 % |
1,2 % |
1,4 % |
1,9 % |
1,8 % |
1,9 % |
1,5 % |
2,2 % |
Quellen:
1995–1998, 2006: IMF (Internationaler Währungsfonds):
Currency Composition of Official Foreign Exchange Reserves
1999–2005, EZB (Europäische Zentralbank):
The Accumulation of Foreign Reserves, Occasional Paper
Series, Nr. 43 |
Der Anteil des US-Dollars an den weltweiten Währungsreserven sank
in den letzten Jahren nicht wesentlich, während gleichzeitig der
Euro-Anteil
deutlich zunahm. Allgemein wird von einem Rückgang der Bedeutung des
US-Dollars als Weltreservewährung sowie von einer steigenden
Bedeutung des Euro ausgegangen.
Da es weltweit mehrere hundert Milliarden US-Dollar gibt, die in
Banknoten als Reserve gehortet werden (das so genannte Kopfpolster),
ist die US-Notenbank in der Lage, diese Summen als Kredite in Form
von
Elektronischem Geld auf dem offenen Weltmarkt anzubieten und die
Zinsen dafür zu berechnen, was ihr enorme
Seigniorage-Einnahmen ermöglicht. Ein Bedeutungsverlust des
US-Dollars als weltweite Währungsreserve bedeutet dann für die
US-Notenbank einen Einnahmerückgang.
Rolle als Transaktionswährung
Der US-Dollar hat heute den bedeutendsten Anteil an
internationalen
Finanztransaktionen. Nach dem Zweiten Weltkrieg löste er das
Britische Pfund als leitende Währung an den (Finanz-)Märkten
weitgehend ab. Dennoch würde ein Eintritt des
Vereinigten Königreiches und damit des zweitwichtigsten
Börsenplatzes
London
zur Europäischen Gemeinschaftswährung
Euro
die Position des Dollars als Leitwährung deutlich schwächen.
Im Jahr 2003 betrug der Anteil der US-Dollar-Transaktionen an den
Devisenmärkten 50 Prozent gegenüber 25 Prozent in Euro und je 10
Prozent in
Pfund Sterling und japanischen
Yen.
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