Mandschuko

 

 


Mandschuko (grün)

Mandschuko (chin. 满洲国 / 滿洲國, Mănzhōu Guó, W.-G. Man-chou-kuo; jap. 滿洲國, Manshū koku), auch Mandschukuo oder Manshū teikoku (満洲帝国, dt. „Kaiserreich Manshū“) genannt, war ein von Japan errichteter Marionettenstaat („Kaiserreich“) in der Mandschurei. Er bestand vom 1. März 1932 bis zum 15. August 1945, wurde aber international nur von 23 Ländern anerkannt. Sein Herrscher war Pu Yi (1906-1967), der früher zunächst (formell) Kaiser von China (1908-1912) war, 1932 Präsident und 1934 Kaiser von Mandschukuo wurde.

Vorgeschichte

Das Kaiserreich Japan hatte nach dem ersten japanisch-chinesischen Krieg Korea als Einflussbereich gewonnen und interessierte sich für die Rohstoffvorkommen aus der Mandschurei. Bis zum Jahr 1900 besetzte jedoch Russland die Mandschurei. Es kam zu immer größeren Spannungen zwischen Russland und Japan, die, nachdem 1903 der japanische Botschafter einen Rückzug der russischen Truppen aus der Mandschurei und die Anerkennung der japanischen Interessen in Korea gefordert hatte, 1904 im russisch-japanischen Krieg endeten. Japan konnte den Krieg für sich entscheiden und Russland musste die Mandschurei räumen, die offiziell wieder an China zurückgegeben wurde.

Japan sicherte sich jedoch großen Einfluss und baute die Südmandschurische Eisenbahn, um Rohstoffe aus der Mandschurei nach Korea bringen und von dort nach Japan verschiffen zu können. Die Eisenbahn wurde von der japanischen Guandong-Armee beschützt. Doch nach der Weltwirtschaftskrise sahen viele Militärs eine Lösung der Probleme durch eine weitere Expansion in Richtung Mandschurei.

Die Mandschurei besaß zwischen 1916 und 1928 unter dem Kriegsherrn Zhāng Zuòlín die de facto-Unabhängigkeit gegenüber China. Zhāng wurde jedoch bei einem Bombenanschlag durch Oberst Kōmoto Daisaku der Guandong-Armee getötet, und die Mandschurei konnte von der Kuomintang unter Chiang Kai-shek, der in der Nordexpedition schon seit 1926 einen Krieg gegen Zhāng führte, zurückerobert werden.

Okkupation und Gründung des Staates

Nach dem Mukden-Zwischenfall 1931, der vermutlich von Japan selbst inszeniert wurde, kam es zur Mandschurei-Krise und die Guandong-Armee besetzte, angeblich ohne größere Rücksprache mit der japanischen Regierung, die Mandschurei. In der Mandschurei wurde der Marionettenstaat Mandschukuo eingerichtet und von den Besatzern am 18. Februar 1932 für unabhängig erklärt. Diese Okkupation wurde von Seiten der USA durch die Hoover-Stimson-Doktrin verurteilt und der Völkerbund protestierte.

Japan versuchte, das Gebiet kulturell an sich zu binden und wirtschaftlich auszubeuten. So wurde die Japanische Sprache offizielle Sprache und Shintō die offizielle Staatsreligion. Die Infrastruktur wurde massiv ausgebaut. In Mandschukuo experimentierte Japan erstmals mit Hochgeschwindigkeitszügen, da die japanischen Schienen wegen ihrer Schmalspurbauweise dafür nicht geeignet waren. Der Ajia fuhr ab 1934 eine Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h zwischen Dairen (Dalian) und Shinkyō (Changchun) und war vollklimatisiert. Mandschukuo besaß auch eine nationale Fluggesellschaft, die Fluggesellschaft Manchukuo.

In Mandschukuo war auch die Einheit 731 der japanischen Armee stationiert, die an biologischen und chemischen Waffen forschte und grausame Menschenversuche unternahm.

1938 und 1939 fand ein bewaffneter Grenzkonflikt zwischen der Sowjetunion und Japan statt, da Japan die Grenze der Mandschurei weiter auf sowjetisches Gebiet auszudehnen versuchte. Die Sowjetunion konnte die japanischen Angriffe jedoch abwehren. In der Folge versuchten die Japaner, ihre Einflusssphäre in Richtung Süden weiter auszudehnen.

Zweiter Weltkrieg und das Ende Mandschukos

Im Zweiten Weltkrieg gehörte Mandschukuo wie Japan zu den Achsenmächten. Bis Mitte 1945 fanden aber auf dem Gebiet Mandschukuos praktisch keine Kampfhandlungen statt, da Japan und die Sowjetunion keinen Krieg miteinander führten und die Kämpfe zwischen Japan und China weiter südlich stattfanden.

Auf der Konferenz von Jalta verpflichtete sich Stalin, übrigens auf Drängen Roosevelts, 90 Tage nach dem Kriegsende in Europa in Fernost den Krieg zu beginnen und Japan und seine Verbündeten anzugreifen. Der Termin wurde von der Roten Armee auf den Tag genau eingehalten. Ab dem 8. August 1945 wurde Mandschukuo von sowjetischen Truppen in der Operation Auguststurm besetzt und 1946 gemäß den alliierten Kriegszielen (Kairoer Erklärung) an die Republik China zurückgegeben.

Entgegen den westalliierten Erwartungen gelang es der nationalchinesischen Regierung aber nicht, die Mandschurei unter ihre Kontrolle zu bekommen. Mit Hilfe der Sowjetunion bauten die chinesischen Kommunisten die Mandschurei zu ihrer Machtbasis aus. Die Fortsetzung des Chinesischen Bürgerkrieges und der schließliche Sieg der chinesischen Kommunisten stehen mit der zeitweiligen sowjetischen Besetzung daher in engem Zusammenhang.

Diplomatische oder völkerrechtliche Anerkennung

Nur 23 der damals rund 80 Staaten der Welt erkannten Mandschukuo an. Der Völkerbund erklärte, dass Mandschukuo völkerrechtlich ein Teil der Republik China sei und bleibe. Dies führte zum Austritt Japans im Jahr 1934. Diplomatisch anerkannt wurde Mandschukuo von folgenden Staaten und Regierungen:

  1. Japan, ab 16.9.1932;
  2. faschistisches Martínez-El-Salvador, ab 3.3.1934;
  3. Vatikanstadt, de facto Anerkennung ab 18.4.1934;
  4. Königreich Italien, ab 29.11.1937;
  5. Spanien, ab 2.12.1937;
  6. Deutschland, ab 12.5.1938;
  7. Ungarn, ab 9.1.1939;
  8. japanische Marionettenregierung der Inneren Mongolei, ab September 1939;
  9. Polen, de facto Anerkennung ab 19.10.1939, die 1942 zurückgezogen wurde;
  10. Slowakei, ab 1.6.1940;
  11. Vichy-Frankreich, exaktes Datum fehlt;
  12. Dänemark, ab August 1940;
  13. japanische Marionettenregierung Chinas, ab 30.11.1940;
  14. Rumänien, ab 1.12.1940;
  15. Dominikanische Republik, exakte Daten fehlen;
  16. Sowjetunion, indirekte Anerkennung am 13.4.1941;
  17. Mongolische Volksrepublik, indirekte Anerkennung am 13.4.1941;
  18. Bulgarien, ab 10.5.1941;
  19. Finnland, ab 18.7.1941;
  20. Kroatien, ab 2.8.1941;
  21. Thailand, ab 5.8.1941;
  22. Birma, ab August 1943;
  23. Philippinen, ab Oktober 1943.

Als 24. diplomatische Anerkennung kam noch Ende Oktober 1943 die japanische Marionetten-Exilregierung Indiens hinzu, eine „Regierung“, der zwar auf dem Papier die japanisch besetzten Andamanen und Nikobaren unterstellt wurden, die aber de facto nur ihr Büro in Singapur regierte.

 

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滿洲國
(Mănzhōu Guó)
 
 

 

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